Mein Hund mit Leckschutz und einer Wunde am Kopf
Ein normaler Wundverband ist bei den meisten Hunden eher nur ein provisorischer Wundschutz.

Eine Verletzung mit offener Wunde ist bei Hunden keine Seltenheit. Erst vor ein paar Wochen hat es meinen Rüden erwischt. Er wurde von einem anderem Hund gebissen und trug eine Wunde am Kopf davon. Ein großes Problem war für uns der Prozess der Wundheilung – ohne den passenden Leckschutz für meinen Hund hätte das noch deutlich länger gedauert.

Hier möchte ich die einen Überblick darüber geben, welcher Leckschutz sich für welche Körperstellen deines Hundes am besten eignet. Wahrscheinlich kommst du bei der ein oder anderen Verletzung manchmal nicht drumherum zwei oder drei Optionen auszuprobieren.

So jedenfalls ging mir es mit meinem Hunden, die schon unterschiedliche Verletzungen und Wunden an Pfoten, Kopf und Hinterteil hatten.

Leckschutz für Hunde – das muss er können

Hat ein Hund eine Wunde, wie beispielsweise durch einen Biss, durch eine OP bzw. Kastration, ist es meist zwingend erforderlich, dass der Hund weder an der Wunde lecken oder kratzen kann. Doch natürlich machen Hunde genau das nur zu gern. Schließlich juckt so eine Wunde auch im Heilungsprozess. Da ist kratzen und „sauber lecken“ eine ziemlich natürliche Reaktion des Hundes.

Das Problem ist jedoch: die Wunde kann sich durch das Schlecken und Kratzen eben auch entzünden und sogar wieder öffnen. Beides habe ich erst kürzlich mit meinem Rüden durchmachen müssen.

Schließlich befinden sind die Hundepfoten nicht klinisch rein. Kratzt sich dein Hund mit der Pfote an der Wunde gelangen unweigerlich ungewünschte Bakterien und Keime in die Wunde und führen sehr oft zu unangenehmen Entzündungen.

Gleiches geschieht auch beim Lecken der Wunde. Denn auch der Maulraum des Hundes ist nicht steril, sondern mit allerhand Bakterien und Keimen „versehen“.

Doch es ist schier unmöglich den eigenen Hund 24 Stunden am Tag zu bewachen und darauf aufzupassen, ob er sich nun an der Wunde leckt oder kratzt. Immerhin muss man ja auch als Mensch mal schlafen, einkaufen oder duschen.

Also muss ein Leckschutz vor allem eins können: verlässlich dafür sorgen, dass der Hund nicht an die Wunde gelangt. Selbst wenn man nicht dabei ist.

Unterschiedliche Leckschutz-Varianten

Welcher Leckschutz nun der „Richtige“ für deinen Hund ist, hängt ganz besonders von der Stelle der Wunde ab. Für eine Wunde am Kopf braucht dein Hund definitv einen anderen Leckschutz als für eine Wunde am Hinterbein oder der Rute. Und wiederum andere Leckschutz-Varianten eignen sich besser für Wunden am Bauch oder Rücken.

Welcher Wundschutz für welche Körperstellen und Verletzungen bei Hunden am besten geeignet ist, möchte ich dir hier zeigen.

Leckschutzkragen

Der Leckschutzkragen ist im Grunde das was man unter eine Hundehalskrause. Da gibt es sehr unterschiedliche Varianten – von der aufblasbaren Halskrause, über weiche Trichter bis hin zu breiten Schaumstoffkrausen.

Die Unterschiede und Anwendungsbereiche findest du in meinem Artikel zur Halskrause für den Hund.

Mein Hund mit Leckschutzkragen aus Kunststoff
Die Kunststoff Halskrause findet mein Rüde ziemlich blöd. Als Alternative nutzten wir schließlich die weiche Hundehalskrause Comfy Cone.

Der Leckschutzkragen eignet sich nach meiner Erfahrung besonders gut für Verletzungen am Kopf des Hundes.

Ich habe dazu die Comfy Cone* Halskrause für meinen Rüden gekauft.

Vorher hatte er so einen Kunststoff-Trichter vom Tierarzt. Das Problem: damit ist er überall angeeckt, kam nicht weiter und war ziemlich verunsichert in seiner Bewegung. Trinken war auch schlecht möglich und insgesamt fand er das Ding ziemlich doof und unbequem.

Aus diesem Grund habe ich die Comfy Cone Halskrause als weiche Alternative gekauft, mit der auch mein Rüde nun wesentlich glücklicher war.

Je nach Beweglichkeit und akrobatischen Fähgikeiten deines Hundes kannst du so einen Leckschutzkragen auch verwenden, wenn dein Hund an anderen Stellen eine Verletzung hat. Das musst du aber am besten ganz individuell mit deinem Hund testen.

Leckschutz für die Pfoten & Beine

Ebenfalls sehr häufig treten bei Hunden auch Verletzungen und Wunden an den Pfoten und Beinen auf. Da genügt es schon, wenn der Vierbeiner mal wieder in eine Glasscherbe getreten ist.

Leckschutz für Hunde an der Pfote
Im oberen Bereich der Pfoten bzw. am Bein des Hundes funktioniert ein Leckschutz schon meist mit einem Wundverband ganz gut.

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen verlässlichen Leckschutz zu finden. Je nachdem, wo genau die Wunde positioniert ist und wie intensiv dein Hund die Wunde „bearbeiten“ möchte.

Als hilfreicher und praktischer Leckschutz haben sich bei uns für die Hundepfoten immer Pfotenschutzschuhe erwiesen. Da gibt es jedoch Unterschiede – je nachdem wofür und wo man diesen Pfotenschutz verwenden möchte. Deshalb wirf am besten einfach einen Blick in meinen Artikel zum Themea „Pfotenschutz für den Hund“.

Generell hast du als Leckschutz für die Pfoten folgende Möglichkeiten :

  • den Pfotenschutz als Hundeschuh für Gassirunden oder wenn dein Hund mal allein Zuhause ist
  • Leckschutz in Form eines Hundepflasters
  • Leckschutz in Form eines Wundverbands für Hunde bzw. einer elastischen Bandage

Das Problem ist oft, dass an die verletzte Pfoten bzw. offene Wunde eben auch Luft gelangen sollte. Deshalb ist es nicht praktisch deinen Hund den ganzen Tag über einen Hundeschuh tragen zu lassen. Wie du dir vorstellen kannst, gelangt so nur sehr wenig Luft an die Wunde und das ist der Heilung nicht dienlich.

Als sich meine Hündin mal die Kralle angebrochen hatte, habe ich das wie folgt gelöst: Für die Gassirunde draußen habe ich ihr einen wasserdichten Hundeschuh übergezogen. Damit konnte ich sichergehen, dass kein Schmutz und keine Nässe an die Verletzung gelangen konnte. Im Haus habe ich ihr den Hundeschuh ausgezogen. Stattdessen bekam sie eine luftdurchlässige Hundesocke über die Pfote gestülpt, die ich dann noch mit einem Wundverband für Hunde am Bein fixiert habe.

Das hat sehr gut funktioniert und sehr gut geholfen.

Eine Hundehalskrause wäre an dieser Stelle ziemlich nutzlos gewesen, da sie mit der Schnauze trotz Krause noch an die Vorderpfote gekommen wäre.

Hier ein paar Empfehlungen für einen Pfotenschutzschuh, Fixierverbände und Hundesocken.

Leckschutz für Rüden nach der Kastration

Nun gibt es im Leben eines Hundes aber auch noch ganz spezielle Situationen, die dazu führen, dass der Hund mal mit einer unangenehmen Wunde klarkommen muss. Ein Beispiel ist die Kastration. Offen gestanden, bin ich nicht für die obligatorische Kastration, ohne jegliche begründete Indikation aber das ist hier auch gar nicht das Thema.

Fakt ist, auch die Wunde als Folge einer Kastration muss gut heilen können. Da mein Rüde nicht kastriert ist, kann ich dir an dieser Stelle keine Empfehlung geben, die ich selbst für so einen Fall getestet hätte. Aus den Gesprächen mit Hundefreunden weiß ich jedoch, dass es da sehr unterschiedliche gute Lösungen gab.

Während der eine Hund sehr gut mit einem Hunde OP-Body klarkam (das ist eine Art Ganzkörperpullover für den Hund, der die Wunde abdeckt), genügte bei anderen Hunden bereits eine entsprechend große Hundehalskrause, wodurch der Hund mit Schnauze und Zunge nicht mehr an sein Hinterteil gelangen konnte.

Tipp: Probiere unbedingt noch einige Tage oder Wochen vor der geplanten Kastration aus, mit welcher Leckschutz-Variante dein Hund am besten klarkommt. Das spart dir wirklich Nerven, wenn dein Hund bereits operiert wurde und sich mitten in der Genesung befindet.

Leckschutz für Hunde selber machen

Wie ich schon oben zum Thema Leckschutz für die Pfoten geschrieben habe, kann man bei manchen Wunden auch gut selbst einen Leckschutz für den Hund „kreieren“ :-).

Leckschutz für Hunde selber machen – für die Pfoten

Für die verletzte Pfote meiner Hündin habe ich ihr Zuhause immer eine einfache Hundesocke übergezogen und diese mit einem Wundverband für Hunde fixiert.

Ich habe es noch nicht getestet, aber theoretisch dürfte das mit einer Kindersocke oder einer sehr schmalen und engen Socke auch machbar sein.

Leckschutz für Hunde selber machen – für den hinteren Bereich

Als sich mein Rüde mal die Hoden geprellt / gequetscht hatte und er partout nicht den unbequemen Kunststoff-Trichter vom Tierarzt tragen wollte, habe ich ihm als Alternative eine „Leckschutz-Hundehose“ aus einem T-Shirt gebastelt.

Dazu habe ich ihm das T-Shirt verkehrt herum über den Po gezogen :-). Das heißt, dort wo man als Mensch den Kopf durchsteckt, kam die Rute durch. Und da wo eigentlich die „Menschenarme“ durch sollen, kamen die Hundebeine rein. Da der Bauchbereich des Shirts aber nun weiter war als der Bauchumfang meines Rüden, habe ich das T-Shirt am Rücken meines Hundes mit einem Haargummi straff fixiert. Dazu straffst du einfach den Bundbereich und stülpst über den überschüssigen Stoff das Haargummi. Et voila! Fertig ist der Leckschutz. 🙂

Leckschutz für Hunde selber machen – für den vorderen Bereich

Hat dein Hund im vorderen Bereich des Körpers eine Wunde – speziell im Bereich der Brust oder der Vorderbeine – kannst du ihm ebenfalls einen ähnlichen Leckschutz mit Hilfe eines T-Shirts „basteln“.

Ich habe bei einer Freundin aber auch schon eine tolle Eigenkreation mit Hilfe einer Kinderstrumpfhose gesehen. Die Hündin meiner Freundin hatte eine Verletzung im oberen Bereich des Vorderlaufs und wollte ständig daran lecken. Da hat sie der Hündin kurzerhand eine Kinderstrumpfhose über beide Beine gestülpt und dann oben ein breites Loch für den Hundekopf hineingeschnitten. Die Füße der Strumpfhose hat sie ebenfalls abgeschnitten. Fertig war der Leckschutz für die Vorderbeine :-).

Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte und bin gespannt auf deine Erfahrungen, Fragen und Tipps rund um den Leckschutz für Hunde. Du kannst mir dazu ganz einfach unten im Kommentarfeld schreiben! 🙂 Gleiches gilt für Fragen oder weitere Ideen einen Leckschutz für den Hunde selber zu machen – einfach in die Kommentare damit.

Leckschutz für den Hund – Empfehlungen und Alternativen
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*Letzte Aktualisierung am 19.11.2018 um 19:02 Uhr / Partnerlinks / Bilder von der Amazon Product Advertising API, Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten 

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