Probleme mit der Analdrüse beim Hund – Ursachen & Behandlung

Ein sehr häufiges Problem bei (alten) Hunden ist eine Verstopfung und Entzündung der Analdrüse beim Hund. Ich war heilfroh, dass uns das Thema bislang erspart geblieben ist. Doch im Mai diesen Jahres hat es Pan während unserer 2-monatigen Europareise erwischt. Wie eine solche verstopfte Analdrüse überhaupt entsteht, wo die Ursachen zu suchen sind und wie du sie behandeln (lassen) solltest, zeige ich dir heute in diesem Artikel.

1. Verstopfte Analdrüse beim Hund – Ursachen

Analdrüse Hund Ursachen - Seniorpfoten

Hunde besitzen in der Analregion einige Drüsen. Dazu gehören die Analdrüsen, die Zirkumanaldrüsen, die Analbeutel, die Analbeuteldrüsen und das dorsale Schwanzorgan.

Wenn wir von Problemen mit der Analdrüse beim Hund sprechen, dann sind jedoch die Analbeutel links und recht des Afters beim Hund gemeint.

Diese Analbeutel geben beim Kotabsatz ein Sekret ab, dass der Markierung des Reviers dient. Sind diese die Analbeutel verstopft, ist das ein unangenehmes Problem für den Hund und kann zur Entzündung der Analbeutel führen.

Oft kannst du dann das sogenannte Schlittenfahren beim Hund beobachten.

Dein Hund versucht so mit Pressen und Reiben sich der verdickten Analbeutel zu „entledigen“ – was aber nicht immer funktioniert. Und selbst wenn es funktioniert, kann das eine ziemlich unhygienische Geschichte sein, die du reinigen solltest.

Im Normalfall ist der Kot des Hundes fest genug, um regelmäßig ausreichend Druck auf die Analdrüsen auszuüben, sodass täglich kleine Mengen des Sekrets abgehen.

Bei einer Verstopfung ist dieser „Mechanismus“ gestört. Meist weil der Kot zu weich ist, was durch Hundefutter bzw. den Wechsel des Hundefutters, Stoffwechselerkrankungen oder Erkrankungen mit Durchfall ausgelöst werden kann.

Mögliche Ursachen für die Analdrüsenverstopfung beim Hund
  • Futterwechsel / Hundefutter, das den Stuhl eher weich macht
  • Durchfall
  • Schilddrüsenstörung
  • Fettstoffwechselstörung
  • Lebererkrankung
  • Diabetes mellitus

2. Verstopfte / entzündete Analdrüsen beim Hund erkennen

Hat dein Hund ein Problem mit der Analdrüse, wirst du das vermutlich recht schnell erkennen. Viele Hunde fahren mit dem Popo dann sprichwörtlich Schlitten auf dem Boden. Sie rutschen dann so lange mit dem After auf dem Boden bis sich das unangenehme Gefühl irgendwie aufgelöst hat.

Mein Rüde macht das mit dem Schlittenfahren aber beispielsweise gar nicht. Bei ihm habe ich das vielmehr dadurch bemerkt, dass sich sein Geruch plötzlich veränderte, er sich beim Spazierengehen oft ruckartig nach hinten drehte, um sein Hinterteil „abzuchecken“ und er ziemlich häufig an seinem Hinterteil leckte.

Sehr deutlich zeigt sich eine verstopfte Analdrüse aber darin, dass sie angeschwollen ist. Das siehst du, wenn dein Hund steht, du die Rute nach oben hebst und mal einen Blick auf den After wirfst.

Daran erkennst du, dass dein Hund ein Problem mit der Analdrüse hat
  • Hund will „Schlittenfahren
  • dein Hund riecht anders (unangenehm bis ziemlich übel)
  • der Afterbereich ist nicht so sauber wie sonst
  • die Analbeutel links und rechts neben dem After sind verdickt (oft auch nur einer der beiden Analbeutel)
  • dein Hund leckt sehr häufig im Afterbereich
  • ggf. Leckdermatitis im Bereich der Schwanzbasis
  • Hund dreht sich ruckartig nach hinten, weil er einen stechenden Schmerz im hinteren Bereich / am After spürt

3. Behandlung der verstopften Analdrüse

Klar, eine verstopfte bzw. entzündete Analdrüse beim Hund darf man nicht sich selbst überlassen. Das Ganze gehört behandelt. Wenn du zum ersten Mal damit konfrontiert bist, solltest du damit samt Hund zu einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker gehen.

Neben der eigentlichen Verstopfung und Entzündung der Analdrüse muss auch immer das Grundproblem gefunden und behandelt werden.

Welche Grundprobleme zu einer verstopften Analdrüse führen können, habe ich dir oben aufgelistet. Wenn die Verstopfung der Drüsen von einer Futterumstellung rührt, so wie es bei meinem Rüden war, dann ist es ratsam das Futter wieder auf die gewohnte Ernährung umzustellen, sofern das möglich ist.

Kannst du das Analdrüsenproblem auf einen temporären Durchfall zurückführen, solltest du auch diesen Durchfall behandeln. Alle anderen möglichen Ursachen sind bitte bei einem Tierarzt abzuklären.

Behandlung von Analdrüsen-Problemen beim Hund
  • Behandlung des Grundproblems „weicher Stuhlgang“
  • manuelles Ausdrücken der Analdrüse
  • Behandlung der Entzündung (sofern vorhanden)
  • tägliche Pflege & Reinigung des Afters und der Drüsen

3.1 Die Analdrüse beim Hund selbst entleeren / ausdrücken

Hat dein Hund häufig mit einer verstopften Analdrüse zu tun, kannst du dir das Entleeren der Analdrüse vom  Tierarzt oder Tierheilpraktiker zeigen lassen, damit du deinem Hund auch Zuhause damit helfen kannst.

Benutze dazu bitte Einweghandschuhe und trage eine Schürze oder alte Kleidung, da das Sekret aus den Analbeuteln spritzen kann. Und glaub mir, es riecht wirklich übel.

Beachte jedoch, dass ein Entleeren der Analdrüse auch jederzeit zur Entzündung der Analbeutel führen kann. Deswegen solltest du den Afterbereich deines Hundes nach dem Entleeren täglich gut reinigen, pflegen und gut beobachten und damit zum Tierarzt/Tierheilpraktiker gehen, wenn du eine Entzündung bemerkst.

3.2 Homöopathie bei Problemen mit der Analdrüse

Für die homöopathische Behandlung bei Entzündungen und Verstopfungen mit der Analdrüse gibt es einige homöopathische Mittel. Welches das passende für deinen Hund ist, hängt von der Entwicklung und dem Zustand der Analdrüse ab. Bei sehr häufig verstopften Analdrüsen kann aber Causticum D12 helfen, um die selbständige Arbeit der Analdrüsen anzuregen.

3.3 Hausmittel und pflanzliche Mittel

Du kannst aber auch Hausmittel und pflanzliche Mittel nutzen, um deinem Hund bei Analdrüsenproblemen Linderung zu verschaffen. Dazu bieten sich folgende Mittel an:

  • Salbeitee zum Abtupfen
  • Apfelessig zum Abtupfen
  • Kamillen-Waschung
  • Kompressen aus Eichenrinde (Abkochung)
  • Ringelblume

4. Unsere Erfahrungen mit der Analdrüse

Analdrüse Hund Leckdermatitis

Meine Hunde hatten nie Probleme mit der Analdrüse. Was ich vor allem ihrer Ernährung zuschreibe. Wie du vielleicht schon weißt, habe ich Sunny recht schnell gebarft nachdem sie mit heftigen Magen-Darm-Problemen aus dem Tierheim zu mir kam und Pan genießt sein BARF-Futter seit er ein Welpe ist. Die Ernährung mit frischen Zutaten führte bei beiden Hunden zu einem konstant festen Stuhlgang, der ausreichend Druck auf die Analbeutel ausübt, um diese regelmäßig zu entleeren.

Bis wir in diesem Jahr für 2 Monate mit Pan und Kind verreisten. Jetzt fragst du dich vielleicht, was das genau mit der Analdrüse zu tun hat.

Tja, wir mussten auf Reisen Pans Futter umstellen, weil es einfach logistisch nicht möglich war, Pan auf Reisen mit dem Camper permanent frisch zu ernähren. Aus diesem Grund wählte ich ein gutes Nassfutter und nur wenn es möglich war, bekam Pan frisches Fleisch, Obst und Gemüse.

Trotz einer Gewöhnungsphase vor unserer Reise, führte das bei Pan unweigerlich zu einem deutlich weicheren Stuhlgang. Und dieser deutlich weichere Stuhlgang führte nach 7 Wochen zu verstopften Analdrüsen und einem üblen Geruch, der uns im Campervan überkam. Mitten in den Niederlanden gingen wir mit ihm zum Tierarzt. Die Analdrüsen wurden vom Tierarzt ausgedrückt und er bekam ein Mittel gegen die Entzündung, die sich bereits gebildet hatte.

Das ist nun schon knappe 4 Monate her. Doch seither habe ich das Gefühl und die Beobachtung gemacht, dass Pan immer mal wieder leichte Probleme mit den Analbeuteln hat und auch sein Geruch verändert sich immer mal wieder. Es stinkt ab und an einfach nach diesem typischen „Analdrüsen-Geruch“. Deswegen bekommt er nun auch Causticum D12 (gibt es hier bei Shop-Apotheke.com*).

Da er sich selbst auch häufig am Hinterteil leckt, hat er aktuell auch mit einer Leckdermatitis am Rutenansatz zu kämpfen, die in der letzten Woche heftig entzündet war. Wenn du uns bei Instagram folgst, wirst du das in unserer Story gesehen haben.

Die Entzündung ist nun erst einmal raus und ich reinige Pans Hinterteil nun mehrmals täglich, indem ich den After mit Apfelessig säubere.  Das Leckekzem „bearbeite“ ich derzeit mit täglich mehrfacher Reinigung mit Wasser, frischer Aloe Vera, einem Manuka Honig Gel und Petersilie im Futter, was ziemlich gut funktioniert. Wichtig ist jedoch, dass er an dieser Stelle möglichst nicht mehr leckt. Bislang akzeptiert er da einen einfachen selbsthaftenden Verband* als Leckschutz. Wichtig: der Verband muss luftdurchlässig sein!

 

Liebt eure Hunde  ♥
…und achtet auf sein Hinterteil 😉

Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte und bin gespannt auf deine Erfahrungen, Fragen und Tipps. Du kannst mir dazu ganz einfach unten im Kommentarfeld schreiben! Ich antworte so schnell ich kann 🙂

Fragen kannst du nun auch in unserer Facebook-Gruppe stellen – Tipps und Erfahrungen von anderen Hundefreunden inklusive. 🙂

2 Gedanken zu „Probleme mit der Analdrüse beim Hund – Ursachen & Behandlung“

  1. Hallo Jasmina,
    auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass BARF Analdrüsenproblemen lindert und vorbeugt.
    Wir haben einen Hund ‚übernommen‘, der monatlich vom TA die Analdrüsen ausgedrückt bekommen musste; der Inhalt war stets pastös. Ernährungsumstellung und Behandlung mit Manukahonig halfen, aber Ruhe brachte erst ein Mittel aus Kiwifasern. Damit ist der Kot fest, der Inhalt der Analdrüsen ist inzwischen flüssig und das für den Hund unangenehme Ausdrücken der Analbeutel hat ein Ende.

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    • Hallo Jush,
      meine Hündin hat auch häufig Probleme mit den Analdrüsen…wo hast du das Mittel mit den Kiwifasern bestellt/ gekauft?
      Liebe Grüße von Miriam mit Pudeldame Melli

      Antworten

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