Wenn wir uns wiedersehen, bring ich Butterkekse mit

Meine liebe Sunny ♥,

seit Wochen überlege ich, ob und wie ich den Leuten da draußen sage, dass du nicht mehr bei uns bist.

Dass dieser scheiß Tumor dich so schwach gemacht hat, dass es keinen anderen Ausweg mehr gab, als dich von deinen Schmerzen zu erlösen. Kurz vor deinem 14. Geburtstag.

Erst schreibe ich ein paar Sätze. Dann kommen die Tränen. Ich lasse es wieder sein. Brauche eine Weile, um wieder klar zu kommen. Beginne Tage später nochmal von vorn. Gleiches Spiel. Trauer scheibchenweise.

Zu tief. Zu persönlich. Zu frisch.

Dann aber denke ich daran, dass es Seniorpfoten ohne dich nie gegeben hätte. Dass du der Ursprung und Teil dieses Blogs bist. Dass es irgendwie notwendig ist, „Bescheid zu geben“.

Viele Jahre warst du nicht nur mein Seelenhund und meine Gefährtin in allen(!) Lebenslagen. Ohne dich wäre so vieles nicht so gewesen, wie es war.

Pan wäre nicht so erstklassig erzogen. Unser Keller wäre nicht voll von Hundebetten. In unserem Garten gäbe es weniger Löcher. All die Reisen, Erlebnisse, Abenteuer und Chaoszeiten. Die Hundekumpels und ihre Zweibeiner, die zu Freunden geworden sind. Die lustigen Selfies mit dir und deiner Steckdosennase. Die Hunde, die du nicht leiden konntest, denen ich heute noch begegne und sie gern stellvertretend für dich anraunzen würde.

All das und viel mehr wäre ohne dich nicht.

Du hattest schon früh mit allerhand Zipperlein zu kämpfen. Kurz vor Weihnachten 2017 dann die Diagnose vor der ich immer Angst hatte. Erst Nierenprobleme. Dann Lebertumor. Inoperabel.

Wir beide wussten, dass die Tage gezählt sind. Wir wussten aber auch, dass uns noch etwas Zeit blieb, die wir zusammen genießen sollten.

Also nahm ich dir in einer Kuschelstunde das Versprechen ab, dass wir auf jeden Fall noch ein Weihnachten zusammen feiern, einen gigantischen Sommer miteinander verbringen, noch einmal gemeinsam verreisen und du noch unsere Tochter kennenlernen wirst.

Du hast all deine Versprechen eingehalten.
Ich danke dir dafür von Herzen ♥

Ich fühle mich immer noch schlecht und schuldig, weil ich mein letztes Versprechen nicht einhalten konnte. Schon Jahre zuvor hatte ich mir fest vorgenommen, dass du Zuhause einschlafen könntest. In einer Umgebung, die du kennst und die dir Sicherheit gibt. Und dann kam doch alles ganz anders.

Ganz plötzlich.

Mitten in der Nacht.

Und jegliche Vorstellung des Abschieds von dir wurde über den Haufen geworfen. Schuldgefühle bleiben. Ich konnte lediglich funktionieren, um dir schnell zu „helfen“. Und nie werde ich erfahren können, ob es trotz allem okay für dich war.

Dein Tod kam plötzlich in seiner unwiderruflichen und schmerzhaften Konsequenz. Dein letztes Schnaufen liegt mir noch im Ohr. So wie ich noch deinen letzten Blick vor Augen habe. Ich erinnere mich an das laute Ticken des Sekundenzeigers in dieser grauenhaften Stille bis die Tierärztin sagte, dass dein Herz nun nicht mehr schlägt.

Und seitdem…bist du einfach nicht mehr da.

Deine Familie & Freunde vermissen dich sehr.

Aber wenn wir uns wiedersehen, bring ich Butterkekse mit.
Versprochen!

Deine Jasmina ♥
die sich jeden Tag an dich erinnert &  so viel von dir lernen konnte.
Danke ♥

Meine Sunny

Unsere Sunny ist kurz vor Weihnachten 2018 verstorben.

6 Gedanken zu “Wenn wir uns wiedersehen, bring ich Butterkekse mit”

  1. Liebe Jasmina,
    Dein Artikel hat mich so wahnsinnig berührt, dass ich erstmal ein paar Tränen mit Dir mitgeweint habe. Komisch, wie tief diese Angst um die geliebte Fellnase und das ‚Wie es mal sein wird, wenn …‘ in einem drinsteckt …
    Unsere Sophie ist erst drei Jahre alt, und als Bichon frisé-Prinzessin hat sie theoretisch noch mindestens zehn, zwölf Jahre vor sich. Aber trotzdem mache ich mir ständig Sorgen, dass ihr etwas passieren könnte – verrückt, was?
    Ich wünsche Dir viel Kraft, den Abschied von Sunny zu ertragen und sie immer mit einem Lächeln in der Erinnerung zu behalten. Sie freut sich bestimmt schon auf die Butterkekse!
    Viele liebe Grüße von Claudia und Sophie vom ‚kleinen Hundeblog‘

    • Liebe Claudia, DANKE <3 Ja, "verrückt"..aber mir ging es in den letzten Jahren mit Sunny ähnlich. Irgendwo im Hintergrund war die Angst immer da, dass unsere gemeinsame Zeit bald enden könnte...und euch noch wunderbare gemeinsame Jahre !!!

  2. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer dieser Beitrag Dir gefallen ist – denn auch ich musste schon mehrere dieser Beiträge schreiben und habe auch schon vor meiner Zeit als Blogger leider diese Momente erlebt.
    Jeder Abschied von einem unserer Hunde war anders – aber alle waren schmerzhaft, anders als erwartet und haben unser Leben von einem Tag auf den anderen verändert. Als unser erster Hund kurz vor seinem 15 Geburtstag gehen musste waren wir darauf nicht vorbereitet. Wir haben es vielleicht geahnt, aber gekonnt verdrängt. Das liegt mittlerweile über 13 Jahre zurück und trotzdem kann ich mich noch an jeden Moment erinnern.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

      • Liebe Jasmina,
        ich bin bei der Suche nach
        “ Lebertumor bei Hunden“ auf diese Seite gestoßen und weine gerade, weil meine Hündin Amy vor 2 Wochen auch die Diagnose “ Lebertumor “ bekommen hat. Sie ist 14 Jahre alt und vor 12 haben wir sie aus einer spanischen Tötungsstation geholt. In 2 Wochen wollen in Urlaub fahren und ich möchte ihr so gerne nochmal ihr geliebtes Meer zeigen. Ich habe Zweifel, ob ich ihr nicht zu viel zumute. Der Tierarzt meinte ich könne das machen. Mir ist bewusst, dass Amy ein Alter erreicht hat, wo der Tod immer näher kommt. Aber auf diese Art? Ich danke, dass ich die Geschichte von Sunny lesen konnte . Schicksale vereinen.
        Liebe Grüße
        Silvia

        • Liebe Silvia,

          ich weiß genau, wie es dir geht und was ihr gerade zusammen durchsteht. Wenn ich dir einen Tipp geben kann: Fahr mit ihr ans Meer! Genießt die Tage und die Zeit dort, seid fröhlich, spielt und entspannt zusammen. Meine Sunny hat noch knapp ein Jahr gelebt, nachdem sie die Diagnose Lebertumor bekam. Meine Tierärztin meinte, dass das nicht unüblich ist, weil sich diese Art Tumor relativ langsam ausweitet. Ich habe auch immer abwägen müssen, was und wie viel wovon ich ihr zumute…aber ich wollte immer, dass Sunny eine tolle letzte Zeit hat. Sie sollte nicht wie eine schwerkranke Hündin nur noch Zuhause liegen und auf ihr Ende warten. Das wollte ich für sie nicht und auch nicht für mich. Denn es hätte die Tatsache eh nicht besser gemacht, dass das Ende der gemeinsamen Zeit nah ist. Also habe ich mich hingesetzt, eine Bucket List für Sunny geschrieben und die das letzte Jahr mit ihr „durchgezogen“….und es war toll <3 und ich bin sehr froh, dass ich all diese Erinnerungen an diese schöne Zeit noch mit mir tragen darf. Und ich denke, sie hatte trotz ihrer Krankheit auch noch ihre richtig tollen Tage und Stunden.

          Ich wünsche euch auf allen Wegen ganz viel Kraft!!!

          LG
          Jasmina <3

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