Hundemantel für den Winter? Darum machen Klamotten im Winter absolut Sinn!

Hier erfährst du, ob und ab wann ein Hunde Wintermantel für deinen Hund Sinn macht und welche Erfahrungen und Empfehlungen ich dir mit auf den Weg geben möchte, damit du den passenden Wintermantel für deinen Hund findest.

Ich bin ziemlich froh, dass wir mittlerweile im Jahr 2019 angekommen sind und es gar nicht mehr so unüblich ist, seinem Hund im Winter einen Mantel überzuziehen.

Vor einigen Jahren noch habe ich mir damit regelmäßig befremdliche Blicke eingefangen, wenn Sunny im Winter mit ihrem Hundepullover oder dem Hundemantel unterwegs war.

Ich konnte aus den Blicken regelrecht lesen „Gott, hat die ne Macke. Zieht sie ihrem Hund Klamotten an.“. Okay, Nicht-Hundehalter werden das vielleicht immer noch belächeln und als modisches Accessoire abtun.

Ich bin jedenfalls sehr froh, um jeden alten und dünn befellten Hund, den ich im Winter mit einem Hundemantel draußen sehe. Da weiß ich: Da hat sich einer Gedanken gemacht und kümmert sich. Während mir immer mal wieder stark zitternde Hunde entgegenkommen, die ich mir am liebsten zum Aufwärmen unter meinen Mantel packen würde.

Sie ist doch noch ein ganzes Stück verbreitet, die Annahme, dass „der Hund in seiner ursprünglichen Form eben auch immer draußen gelebt hat und damit schon klar kommt.“. So einfach ist es eben nicht, in Zeiten, in denen alle erdenkliche Hunderassen in allen möglichen Klimazonen klarkommen müssen und noch dazu von uns Zweibeinern an den Komfort einer echten Behausung samt Heizung gewöhnt sind.

Braucht dein Hund einen Hundemantel für den Winter?

Woher weiß ich aber, ob mein Hund im Winter so einen Hundemantel braucht? Muss man jedem Hund grundsätzlich einen Hundemantel überstülpen sobald die Temperaturen sinken?

Nein, muss man nicht. Aber es macht in vielen Fällen durchaus Sinn.

Das betrifft zum Beispiel Hunde mit echt wenig Unterfell und generell weniger Haarkleid als bei anderen Hundekumpels.

Das betrifft Hunde, die durch Zittern bereits deutlich offenbaren, dass ihnen kalt ist.

Es betrifft alte Hunde, die sich entweder generell weniger bewegen oder alte Hunde, die infektanfälliger oder bereits körperlich geschwächt sind. In diesem Fall können Infekte eher oder schneller auftreten oder sich verstärken.

Und es betrifft Hunde, die bereits Probleme mit dem Bewegungsapparat haben. Diese Probleme können sich mit nassem und kaltem Wetter verschlechtern.

In diesen Fällen würde ich immer zum Hundemantel greifen und das auch jedem empfehlen.

Daran bemerkst du, ob dein Hund friert

Es gibt sehr deutliche Anzeichen dafür, ob dein Hund friert. Da sind uns Hunde sehr ähnlich. Sie zittern, wenn ihnen kalt ist. Zittern bedeutet, dass Muskeln kontrahieren. Das wiederum erzeugt Körperwärme. Zittern ist eine natürliche und nicht beeinflußbare Reaktion des Körpers.

Manche Hunde zeigen aber auch noch auf andere Weise, dass ihnen kalt ist. Sie nehmen beispielsweise eine eher angespannte Körperhaltung ein, ziehen eventuell die Rute zwischen die Beine oder den Rücken etwas nach oben.

Bei meiner Hündin habe ich oft auch einfach den Check gemacht, indem ich meine Hand auf verschiedene Körperstellen gelegt habe und die Temperatur gefühlt habe. Ganz deutlich merkt man das an den hinteren Innenschenkeln und am Bauch. Wenn diese Bereiche bei ihr eher kühler waren, war es Zeit für den Hundemantel.

Ein weiteres deutliches Zeichen, dass dein Hund keine Lust auf Kälte hat, kann aber auch sein, wenn er partout nicht mit dir nach draußen gehen will. Auch dann kann ein Hundemantel eine gute Lösung sein, damit dein Vierbeiner wieder gern die Gassirunde mit dir dreht.

Deutliche Zeichen, dass deinem Hund kalt ist

  1. Zittern
  2. Angespannte Körperhaltung
  3. Einfach mal die Körpertemperatur mit der Hand fühlen
  4. Hund will nicht nach draußen

Hundemantel, Hunderegenmantel oder Hundepullover?

Meine Hündin im Wintermantel
Hier siehst du links meine Hündin mit ihrem Wintermantel. Zufällig trafen wir mal eine kleine ältere Hündin mit dem gleichen Mantel (rechts im Bild) 🙂

Ich hätte es vor 10 Jahren selbst noch nicht für möglich gehalten, aber mittlerweile sind wir mit Hundepullovern, Hundemänteln und Hunderegenmäntel sehr gut ausgestattet. Ich könnte locker einen kleinen Schrank mit den Klamotten meiner Hunde füllen.

Wobei kein Stück davon ein modisches Accessoire ist und die meisten Teile auch meiner verstorbenen Hündin Sunny gehören.

Aber mit der Zeit sammelt sich so einiges an. Sunny war im Hinblick auf ihre Spondylose und Arthrose ziemlich wetterempfindlich. Darüber habe ich hier schon ausführlich geschrieben.

Kaum wurde es im Herbst kühler und nass draußen, verstärkten sich ihre Probleme. Sie hatte öfter Schmerzen im Bewegungsapparat, humpelte häufiger und lag dann lieber rum als sich draußen zu bewegen.

Also hatten wir schließlich eine Hundeklamotte für jede Wetterlage. Und es half ihr enorm! Ich staunte selbst, wie positiv sich etwas Stoff auf ihre Probleme auswirkten.

Für die ersten kühleren Temperaturen im Herbst hatte ich für Sunny einen einfachen Hundepullover, der sich nicht über den Rücken, sondern auch um den Bauch schmiegte. Benutzt haben wir den bei Temperaturen von 5 bis 10 Grad Celsius.

Wurde es richtig regnerisch und mussten wir trotz Dauerregen mal eine Pipirunde machen, trug meine Hündin einen Hunderegenmantel. Auch das war Gold wert, weil sie damit nicht triefend nass und ausgekühlt nach Hause kam und Stunden brauchte, um zu trocknen.

Für den richtig kalten Winter hatte sie außerdem einen Hunde Wintermantel. Ein dicker und gefütterter Mantel mit zusätzlichem Bauchschutz. Meist nutzten wir den bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius.

Und dann gibt es da noch unseren legendären Hundebademantel. Der kommt immer dann zum Einsatz, wenn wir doch mal in einen Regenguss geraten oder die Hunde mal außerplanmäßig im Herbst / Winter geduscht werden müssen. Nach dem Trockenrubbeln wird der einfach übergestülpt und verkürzt die Trockenzeit des Hundefells enorm. Außerdem kühlen Hunde damit nicht so schnell aus.

Hundemantel für den Winter – was muss er können?

Du denkst dir es wahrscheinlich schon: Hundemantel ist nicht gleich Hundemantel. Ich habe selbst teils ewig recherchiert und verglichen, bis ich einen wirklich guten Hundemantel gefunden habe.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist dabei: der Hundemantel muss eine optimale Balance haben, indem er deinen Hund zwar wärmt, aber nicht überhitzt.

Denn so komisch es klingen mag, im schlimmsten Fall kann man damit auch einen Hitzschlag herausfordern. Trifft zwar nur auf ganz krasse Kombinationen aus superdickem Hundemantel und einem Hund, der sich irre viel bewegt zu. Aber möglich ist das.

Dass ein Hundemantel für den Winter wasserdicht sein muss, ist für mich kein Muss.

Im Gegenteil habe ich die Erfahrung gemacht, dass nicht wasserdichte Hundemäntel sogar die bessere Variante sind. Sie wärmen, sorgen aber nicht so schnell für einen Hitzestau unter dem Mantel. Vielleicht kennst du diesen Effekt auch selbst von Wintermänteln, die wasserdicht, aber nicht atmungsaktiv genug sind? Darunter kann man sich auch schnell mal wie in einer Sauna fühlen.

Deshalb habe ich mich für die nicht wasserdichte Variante entschieden. So konnte ich frei variieren. Wenn es doch mal richtig kalt und richtig nass war, zog ich Sunny einfach den Hundepullover und darüber den Hunderegenmantel an.

Wichtig ist natürlich auch, und auch das kennen wir von uns selbst, dass der Hundemantel gut sitzt.

Wenn du eigentlich Kleidergröße M trägst und dann mal in einen Wintermantel mit Größe XXL anziehst, wirst du merken, dass es ziemlich viele Öffnungen gibt, durch die kalte Luft gelangen kann. Hat zur Folge: der Mantel hält nicht so warm wie er sollte. Körperwärme geht schneller verloren, Kälte kriecht eher hinein.

Deshalb solltest du genau darauf achten, welche Größenmaße der Hersteller angibt und wie diese Maße bei deinem Hund sind. Du solltest ihn also ziemlich genau vermessen. Optimal ist es, wenn die Maße des Hundemantels ca. 1 bis 5 cm größer sind als die Maße deines Hundes.

Beispiel: Bei kleinen Hunden genügt es, wenn der Halsumfang des Hundemantels 1 -2 cm größer ist als der tatsächliche Halsumfang. Bei einem großen Hunde würde ich eine Größe wählen, die ca. 3 bis 5 cm größer ist. Gleiches trifft auch auf den Brust- und Bauchumfang zu. Hier braucht es einfach etwas Spielraum, damit sich dein Hund vernünftig bewegen kann und nichts kneift oder reibt.

Diese Eigenschaften sollte ein Hundemantel haben

  1. Der Hundemantel soll wärmen, aber nicht überhitzen.
  2. Achte auf die passenden Maße.
  3. Tipp 1: Nimm keinen wasserdichten, sondern eher „nur“ einen wasserabweisenden Hundemantel bzw. achte darauf, dass er atmungsaktiv ist.
  4. Tipp 2: Nimm einen Hundemantel mit Bauchschutz. Hier geht sonst viel Körperwärme verloren.

Die richtigen Maße sind entscheidend

Hundemantel Winter - Hund ausmessen

Um einen passenden Hunde-Wintermantel zu finden, benötigst du meistens 3 Maße:

  • den Halsumfang
  • den Bauchumfang
  • und den Brustumfang

Die Abbildung zeigt dir, an welchen Körperstellen diese Maße gemessen werden sollten.

Empfehlenswerte Hundemäntel

Welche Hundemäntel kann ich denn nun empfehlen?

Da gibt es durchaus ein paar. Vorab sei noch gesagt: meine Empfehlungen müssen nicht für jeden Hund optimal sein. Ob ein Hundemantel für deinen Hund perfekt oder nur okay ist, hängt vor allem davon ab, ob der Mantel gut zur Körperform passt.

Ein zweiter Aspekt ist: der Mantel muss auch zur Außentemperatur und dem Wärmeempfinden deines Hundes passen. Es gibt super dicke und wärmende Mäntel. Die sollten aber vor allem dann getragen werden, wenn es echt kalt ist oder dein Hund super schnell friert. Es muss halt passen.

Nun aber zu meinen Empfehlungen.

Der Hundemantel Grizzly II

Meine Hündin im Wintermantel
Meine Hündin mit dem Grizzly II Hundemantel

Das ist ein Hundemantel, den dein Hund bei echter Kälte tragen kann. Man muss sagen: du bekommst ihn zu einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Er lässt sich supergut verstellen und auf den Körper deines Hundes anpassen.

Am Rücken lässt sich der Bauchteil des Mantels mit einem Klick-Verschluss schließen. Dadurch hält er auch super am Körper.

Zwei Nachteile aus meiner Sicht: Er hat keinen kompletten Bauchschutz (nicht vollständig bis zu den Hinterläufen durchgehend, aber das ist meistens so). Und dieses Braun trifft so gar nicht meinen Geschmack. Aber er ist echt warm, gut und hält ewig! (Ich glaube, wir hatten ihn mindestens 4 Jahre)

Den Grizzly II Hundemantel findest du hier bei Zooplus*.

Meine Empfehlung: Hundemantel mit Bauchschutz

Generell empfehle ich dir bei einem kälteempfindlichen Hund einen Hundemantel mit Bauchschutz zu wählen. Viele Hundemäntel haben das nicht, weswegen du dir die Bilder in den Shops gut ansehen solltest.

In den folgenden Online-Shops findest du Hundemäntel für den Winter (mit Bauchschutz)

  1. hier findest du alle Mäntel bei Zooplus*
  2. Mäntel bei Zooroyal*
  3. Mäntel bei Otto* (Ja, da gibt es auch Hundemäntel 😀 )

Hundepullover

Wie ich ja schon geschrieben habe, hatten wir für Sunny auch einen Hundepullover. Den haben wir genutzt, wenn es mal kalt, aber nicht eiskalt war. Ich weiß leider nicht mehr genau von welchem Hersteller. Aber es war in etwa so einer wie der Wolters Zopf-Strickpullover, den es hier bei Zooroyal gibt*.

Hundemantel nähen

Ich bin ein absoluter Näh-Verweigerer. Nicht falsch verstehe, es ist mega toll, wenn man seine und Vierbeiners Klamotten selber nähen kann. Das bewundere ich über alles. Aber ich kenne mich. Wenn ich was mache, dann richtig und detailverliebt. Nähen würde mich wahrscheinlich in den zeitlichen Ruin treiben 😀

Aber, wenn du Lust darauf hast, kann du den Hundemantel für deine Fellnase natürlich auch selbst nähen. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand: Du kannst den Mantel perfekt an den Körper deines Hundes anpassen. Du kannst den Stoff selbst wählen und so für den perfekt sitzenden und optimal wärmenden Hundemantel für deinen Vierbeiner kreieren.

Anleitungen wie das geht, als auch Schnittmuster für Hundemäntel findest du u.a. in folgenden Blogs:

  1. https://www.genkibulldog.de/2018/02/anleitung-hundemantel-selbst-nahen.html
  2. https://naehtalente.de/einfacher-regen-hundemantel-schnittmuster/
  3. https://blog.bernina.com/de/2019/06/hundemantel-naehen/

Mein Fazit zum Thema Hundemantel für den Winter

Hundemäntel machen im Winter absolut Sinn. Vor allem dann, wenn dein Hund friert, er alt ist oder bereits Probleme mit dem Bewegungsapparat hat und sich diese Probleme bei Kälte verschlimmern.

An die manchmal noch komischen Blicke gewöhnt man sich. Schließlich weißt du ja auch, wofür du das tust.

Für uns wird das Thema Hunde Wintermantel vorerst keine große Rolle mehr spielen seitdem Sunny nicht mehr bei uns ist. Pan hat als halber Alaskan Malamute so gar kein Problem mit Kälte – so wie auch Huskys und andere nordische Hunderassen. Ganz im Gegenteil. Bei unter 15 Grad Celsius kommt unser Großer erst richtig auf Betriebstemperatur.

Dann beginnt wieder unsere „Sportzeit“ mit Joggen und Fahrradfahren, die wir über den Sommer aussetzen, weil es für ihn dann schlichtweg zu warm ist.


Liebt eure Hunde  ♥

Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte und bin gespannt auf deine Erfahrungen, Fragen und Tipps. Du kannst mir dazu ganz einfach unten im Kommentarfeld schreiben! Ich antworte so schnell ich kann 🙂

Fragen kannst du aber auch in unserer Facebook-Gruppe stellen – Tipps und Erfahrungen von anderen Hundefreunden inklusive. 🙂

 

Hundemantel für den Winter

5 Gedanken zu „Hundemantel für den Winter? Darum machen Klamotten im Winter absolut Sinn!“

  1. Für mich ist dies seit Jahrzehnten selbstverständlich, daß meine Pulis geschützt werden. Denn keiner konnte mich bis dato vom Gegenteil überzeugen, daß sich ein Puli mit all seinen vielen Zotten in einer stundenlangen Nässe liegend, wohl fühlt, föhnen ist zwecklos… Deshalb gibt es bei uns schon seit über 25 Jahren Overalls aus meistens Fleece – die ich von einer Schneiderin anfertigen ließ, die gekauften passen einem Puli überhaupt nicht – Fleece aus meiner Erfahrung der beste Stoff. Csoki trägt 24 Stunden einen von mir gehäkelten Pulli, durch das Cushing verlor er fast sein gesamtes Fell, solche Hunde müssen geschützt werden, da ist es mir wirklich egal, was die Menschheit denkt oder redet.

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    • Sehr gute Einstellung, Elli! Das ist auch das was ich mit diesem Artikel letztlich erreichen möchte – dass das Wohl des Hundes im Vordergrund steht und eben nicht das, was andere davon halten. Darf ich fragen, wieviel du für die Maßanfertigung durch die Schneiderin für so einen Overall bezahlt hast? Danke und LG Jasmina

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  2. Hallo und danke für den Beitrag. Wir haben für Spike vor 2Jahren einen Mantel genäht, damit er perfekt passt. Er geht sonst nicht mehr vor die Tür im Winter. Mit seinen 14 Jahren ist der Dalmatiner Mischling leicht rheumatisch und ziemlich kahl am Bauch. Mir war wurscht, was die Leute denken, die bezahlen ja die Tierarzt Rechnung nicht.
    Wir nähten aus Softshell, ging echt prima.
    Liebe Grüße Bettina

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    • Hallo Bettina, ich beneide euch um das „Selbernähen“. So passt der Mantel mit Sicherheit am allerbesten! 🙂 Liebe Grüße zurück – Jasmina

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  3. Hallo Jasmin, bei der jetzigen Schneiderin waren es ca. 50 Euro, dazu mußte ich noch den Stoff und den Reißverschluß selbst kaufen. Hier wird auch genäht:
    http://www.hundumschick.de/

    Allerdings mußte ich beim Fleece feststellen, daß die Stoffbeine durch die Nässe länger wurden, also wurde unten kein Gummi o.d. rein gezogen, ich ließ dies offen und kürzte nach ein-zweimal tragen auf die wirklich benötigte Länge.

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