Mein Hund hat Probleme beim Aufstehen – kann das ein Zeichen für Arthrose sein?

Vielleicht hast du schon ein paar Mal bemerkt, dass dein Hund nach einer Ruhephase nur schwer wieder hoch kommt. Das Aufstehen dauert länger als sonst. Es sieht schwerfälliger aus. Dein Hund scheint nicht so fit wie sonst. Vielleicht humpelt oder hinkt er auch ein paar Schritte nach dem Aufstehen. Ja, möglicherweise leidet dein Hund bereits unter Arthrose. Wie sich Arthrose beim Hund äußert und was du jetzt tun kannst, zeige ich dir hier.

Auch ich habe die ersten Anzeichen bei meiner Hündin Sunny so bemerkt. Wir haben mit unserem Rüden einen längeren Spaziergang gemacht. Danach gab es etwas zu Futtern und dann heißt es meist „Zeit für ein Hunde-Nickerchen“.

Nach dem Aufstehen aber gingen die Probleme bei Sunny oft erst richtig los. Im ersten Moment schien es, als würde sie irgendwie nicht richtig aufstehen können. Man denkt dann erstmal, der Hund sei noch etwas verschlafen.

Bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen aber bemerkte ich, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Sunny ging nur langsam und humpelte dabei. Es schien, als würde sie regelrecht damit kämpfen müssen, den nächsten Schritt auf den linken Vorderlauf zu machen.

Zwischen den Schritten wartete sie immer ein paar Sekunden bis sie zum Nächsten ansetzte. Kein schönes Bild und leider kann der Hund ja auch keine Auskunft darüber geben, was gerade nicht in Ordnung ist. So begann der für mich „sichtbare“ Teil von Sunny Arthrose.

Probleme beim Aufstehen und andere Symptome der Arthrose

Hier habe ich ja schon sehr ausführlich darüber geschrieben, mit welchen Symptomen die Arthrose bei Hunden meist einhergeht und welche Ursachen und Behandlungsmethoden es dafür gibt.

Ganz typische Anzeichen für Arthrose bei deinem Hund sind:

  • Lahmheit (besonders nach dem Aufstehen)
  • Humpeln und Hinken (besonders nach dem Aufstehen)
  • Steifigkeit (besonders nach dem Aufstehen)
  • erschwertes Aufstehen nach Belastung (Spaziergang, Spiel etc.)
  • merkbar schlechtes Wohlbefinden durch Schmerzen
  • häufiges Wechseln der Liegeposition, da die Gelenke schmerzen

Was du jetzt für deinen Hund tun kannst

Mit meiner Hündin habe ich mehrere Tierärzte aufgesucht und das Ganze abklären lassen.

Wichtig ist nun folgendes:

1. Unbedingt sofort einen Tierarzt aufsuchen

In vielen Fällen ist die Arthrose eine Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung wie bspw. der ED, HD, einer Arthritis oder eines Kreuzbandrisses.

Der Arthrose geht also meist eine Grunderkrankung voraus.

Mit deinem Tierarzt solltest du das unbedingt abklären lassen, ob und an welcher Grunderkrankung dein Hund leidet. Denn so kann man die Arthrose mit am besten aufhalten. Vollständig heilbar ist die Arthrose leider nicht.

2. Therapiemöglichkeiten mit dem Tierarzt besprechen

Je nachdem, was die Untersuchungen beim Tierarzt ergeben, sind verschiedene Therapien möglich. Im Akutfall, der oft mit starken Schmerzen einhergeht, verschaffen (entzündungshemmende) Schmerzmittel erste Linderung, lösen aber oft nicht das grundlegende Problem.

Liegt eine Grunderkrankung vor, muss natürlich auch diese behandelt werden.

Außerdem werden oft Physiotherapien, Gewichtsabnahme (bei übergewichtigen Hunden) und Anpassungen der Belastungen im Alltag empfohlen.

3. Den Hunde-Alltag ein wenig umgestalten

Bei meiner Hündin habe ich hier in zwei Richtungen gearbeitet, um ihr Besserung zu verschaffen. Ich habe einerseits zugesehen, dass ich übermäßige und ungünstige Belastungen für die Gelenke minimiere, sie aber dennoch fit halte. Und ich habe damit begonnen, kurweise Nahrungsergänzungsmittel wie Grünlippmuschel und Teufelskralle in den Futterplan einzubauen.

Übermäßige Belastungen für Gelenke mit Arthrose sind zum Beispiel:

  • Sprünge
  • plötzliches Bremsen/Stoppen (bspw. beim Ballspiel)
  • schnelle Richtungswechsel
  • Treppenlaufen
  • Liegen ohne Druckentlastung

Um meiner Hündin helfen zu können und ihr Linderung zu verschaffen, habe ich ihr eine Hunderampe gekauft. So muss sie nicht mehr in den oder aus dem Kofferraum springen und ich muss sie auch nicht ständig heben.

So eine Rampe kann man übrigens auch wunderbar für kurze Treppenabsätze nutzen.

Ballspiele oder ihre geliebte Frisbee mit plötzlichem Richtungswechsel, Stoppen oder Sprünge musste ich leider vollständig aus dem Alltag verbannen. Vor allem dann, wenn es mal wieder eine akute Phase der Arthrose war.

Außerdem besitzt meine Hündin seit 4 Jahren nun ein orthopädisches Hundebett. Darin liegt sie sehr gern und ich habe sehr schnell bemerkt, dass ihr das Hundebett sehr dabei hilft, möglichst schmerzfrei zu liegen.

Das Problem bei vielen „normalen“ Hundebetten ist, dass die Liegefläche meist aus einem recht dünnen Schaumstoff besteht. Liegt der Hund darauf, drückt er recht schnell bis auf den Boden durch. Probier das mal beim Bett deines Hundes aus, indem du mit der Handfläche auf den Liegekern drückst. Merkst du, wie schnell du den harten Boden spürst?

Nun stell dir vor, du hast Schmerzen in den Gelenken von Schultern und Hüfte – auf diesen Flächen liegt man ja, wenn man seitlich liegt. Du liegst darauf und spürst die ganze Zeit den harten Boden unter dir, der lediglich mit 3 cm hohem Schaumstoff „gepolstert“ ist. Kann das gut und dauerhaft schmerzfrei sein? Eher nicht.

Genau aus diesem Grund schwöre ich auf orthopädische Hundebetten. Bei diesen ist der Liegekern so dick und meist mit wesentlich besseren Materialien gefüllt, dass dein Hund echte Druckentlastung beim Liegen erfährt. Er drückt nicht bis auf den Boden durch und das Material passt sich in der Regel der Körperform des Hundes an. Ausführlichere Infos zu verschiedenen Modellen, habe ich hier zusammengefasst.

4. Hunde-Ernährung anpassen

Wie schon erwähnt, habe ich aber auch die Ernährung meiner Hündin auf die Arthrose angepasst. Und es gibt regelmäßige Kuren mit Grünlippmuschelpulver und Teufelskralle.

Wie genau das funktioniert und welche Wirkung diese Naturprodukte haben, erfährst du in den jeweiligen Artikeln zum Thema Grünlippmuschel für Hunde mit Arthrose und Teufelskralle für Hunde mit Arthrose.

 

Ich hoffe, dass ich dir und deinem Hund mit diesen Infos weiterhelfen konnte. Bitte kläre die Probleme deines Hundes aber unbedingt erst mit einem Tierarzt ab. 

Fragen oder deine Erfahrungen kannst du sehr gerne mit uns und anderen Hundefreunden unten im Kommentarfeld teilen! Ich freue mich drauf.

Mein Hund hat Probleme beim Aufstehen – kann das ein Zeichen für Arthrose sein?
5 (100%) 1 Bewertung[en]

Jasmina

Posted by Jasmina

Ich bin Jasmina und lebe von Kindesbeinen an mit Hunden zusammen. Mein ältere Hündin ist nun 12 Jahre alt. Durch sie erfahre ich erst, was es bedeutet, das Alter mit einem Seniorhund zu teilen. Meine Erfahrungen aus dem Zusammenleben mit alten Hunden möchte ich hier mit dir teilen. Ich freue mich auch jederzeit über Feedback, deine Tipps.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.