Muss man einen Hund mit Arthrose einschläfern?

Bekommt dein Hund die Diagnose Arthrose, vielleicht sogar als sekundäre Erkrankung in Verbindung mit einer Grunderkrankung, ist das für viele Hundehalter erst einmal ein Schock.

Erst nach und nach, mit Recherchen und Gesprächen mit dem Tierarzt wird einem das Krankheitsbild und dessen Auswirkungen bewusster.

Die gute Nachricht: dein Hund muss nicht eingeschläfert werden, weil er Arthrose hat. Er kann auch mit dieser Erkrankung ziemlich alt werden.

Arthrose ist keine tödliche Krankheit!

Sie schränkt deinen Hund in seiner Beweglichkeit ein und bereitet ihm auch Schmerzen. Sie wird aber nicht unweigerlich zum Tod führen.

Was genau Arthrose ist und wie sie sich entwickeln kann, erfährst du ganz genau im Artikel Arthrose beim Hund.

Je nach Alter des Hundes könnt ihr noch viele schöne gemeinsame Jahre erleben. Du wirst in Zukunft ein wenig mehr Acht auf deinen vierbeinigen Liebling geben müssen und euren Alltag etwas anpassen müssen.

Mit Ernährung, Nahrungsergänzungen, ein paar Veränderungen im Alltäglichen und angepasster Bewegung wird dein Hund auch mit Arthrose steinalt.

Es kommt eben oft auch darauf an, wodurch die Arthrose entstanden ist, wann sie erkannt und behandelt wird, wie die allgemeine körperliche Situation des Hundes ist und wie nach der Diagnose auf die Erkrankung vom Hundehalter eingegangen wird.

…wenn Arthrose im Alter zur Qual wird

Es ist in vielen Hundeforen dennoch ab und an davon zu lesen, dass die Arthrose (oder oft vielmehr auch die Grunderkrankung der sekundären Arthrose) für den Hund zur regelrechten Qual im Alltag wird.

Manche Hundehalter berichten davon, dass ihr Hund nicht mehr aufstehen oder nicht mehr laufen kann. Dass der Hund beim Laufen wegknickt und höllische Schmerzen hat.

Ist dann vielleicht doch der Zeitpunkt gekommen, um daran zu denken, den Hund vom Leid zu erlösen?

Ich habe oft darüber nachgedacht, wie ich das bei meiner Hündin handhaben würde. Dennoch ist die Entscheidung irre schwer und in keinem Fall allgemeingültig zu beantworten.

Wichtig ist mir, dass ich im Sinne meiner Hündin handeln werde und in jedem Fall unsere Tierärzte zu Rate ziehen werde.

Natürlich würde ich in so einem Fall alle Möglichkeiten der Medizin ausschöpfen wollen, um meiner Hündin Besserung zu verschaffen. Aber ich denke auch, dass es unglaublich schwierig ist, die „richtige“ Grenze zwischen den eigenen Bedürfnissen, den Hund nicht gehen lassen zu wollen und dem Zustand des Hundes zu ziehen.

Was kann ich meinem Hund zumuten und ab wann muss ich ihn unbedingt einfach erlösen?

Hier ein paar Fragestellungen, die dabei helfen können, den Zustand des eigenen Hundes einzuschätzen:

  • Kann man die Schmerzen meines Hundes noch so lindern, dass er noch Freude am Leben hat und der Hund er selbst ist?
  • Kann mein Hund ohne meine Hilfe Wasser trinken, fressen und das kleine und große Geschäft machen?
  • Kann mein Hund noch laufen und gassigehen?
  • Nimmt mein Hund an unserem Alltag und Leben teil oder ist er isoliert?
  • Ist mein Hund vorranging stark verändert, verwirrt oder ängstlich aufgrund von Schmerzen oder starken Tabletten?

Bitte verstehe das nicht als eine Art „Checkliste fürs Einschläfern“. Es geht dabei nur darum, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie der Zustand des eigenen Hundes ist.

Und es geht darum, sinnvolle Grenzen zu ziehen. Ist ein gutes Hundeleben wirklich noch ein gutes Hundeleben, wenn dein Hund nur noch starke Schmerzen hat, die nicht mehr betäubt werden können und er ohne Hilfe weder fressen, noch trinken, noch sein Geschäft verrichten kann und überhaupt nicht mehr am Leben teilnimmt?

Das ist eine Entscheidung, die jeder Tierhalter für sich treffen muss und die so individuell ist wie es Hunde im Leben des Menschen gibt.

11 Gedanken zu „Muss man einen Hund mit Arthrose einschläfern?“

  1. Hallo, auch meine 8.-jährige Labradorhündin hat Artthrose. Sie wurde letztes Jahr an beiden Ellbogen (vorne) operiert. Nachdem ich unsere Aktivitäten umgestellt habe,Dummytraining anstatt Ballspiele, Spaziergänge entsprechend organisiere, geht es gut. Daneben erhält sie regelmässig Physiotherapie.Auch Blutegel kommen zum Einsatz.Daneben erhält sie noch Traumeel und Zeel. Mit diesem rundum Paket geht es ihr überwiegend gut. Ansonsten zeigt sie , was geht oder nicht. Auf ihre Zeichen achte ich und so klappt es gut und wir haben weiterhin Spass.

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    • Hallo Petra,

      stark, ihr macht sogar Therapie mit Blutegeln? Wie macht Käthe da mit? Ich würde mich freuen, wenn du dazu noch ein bißchen berichten könntest. Das ist für mich totales Neuland. Aber ich finde es spannend zu erfahren, ob diese Form der Therapie bei Hunden helfen kann und wie sie funktioniert.

      LG
      Jasmina

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    • Hallo bin auf Zufall auf ihre Seite gestoßen.
      Habe ein 11 Jahre alten Beagle.
      Er hat zertrümmerte Bandscheiben und ein krankes Herz. Seid diesem Jahr kommt noch Arthrose dazu .Er bekommt zur Zeit noch keine Schmerzmittel dafür Herztabletten mit Wasser Tabletten. Man kann sagen ich habe die Tierklinig mehr gesehen als meine Wohnung. Momentan habe ich es im Griff . Über jeden Tag bin ich Glücklich das der kl .Beagle läuft und und seine Lebensmut hat .Von ihm konnte ich das letzte Jahr noch ne Menge dazu Lernen.

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  2. Hallo ich bin Nicole,meine Hündin Luna ist am 20.01.2019 7 Jahre geworden und hat seit sie 2,5 Jahre war Probleme mit den Knochen linker Ellenbogen knochenabsplitterung mit Endoskopie operriert worden,mit fünf einen Kreuzbandriss hinten links,und vor 4 Wochen wurde sie von einem 2,5 Jahre alten Schäferhundrüden überrannt. Wieder zum Tierarzt der stellte eine Entzündung im Rechten Knie fest und eine HD hinten rechts. Jetzt bekommt sie schon seit 4 Wochen Metacam und Ich füttere auf Anweisung des Tierarzt dass Futter von Hills j/d seit zwei Wochen,ich leide wenn ich sie laufen sehe aber sie hat immer noch Lust ihre Hundefreunde zu begrüßen und sogar ein bisschen zu spielen mit denen wo sie weiß die sind nicht so wild und aufdringlich. Aber an manchen Tagen will sie nur ihr Geschäft erledigen und ab nach Hause, das ist meistens dann Wetterumschwung,oder wenn sie es ein bisschen übertrieben hat. So jetzt wisst ihr ein bisschen über meine supertolle Hündin Luna sie ist eine ganz tolle sehr sozial gegenüber Hunden und Menschen das einzige was sie nicht mag sind Katzen.lg von Nicole und Luna

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    • Liebe Nicole & Luna,

      da hat Luna ja auch schon einen ordentlichen Streifen mitgemacht. Trotzdem toll zu lesen, dass es ihr meistens gut geht. Wie lange soll sie das Metacam denn noch nehmen? Ich habe bei meinem Rüden bemerkt, dass ihm davon teils ganz schön übel wurde. Vielleicht ist das bei Luna auch so? Meine Hündin hatte beim Wetterumschwung auch ganz oft Probleme mit der Arthrose und Spondylose. Vor allem dann, wenn es kälter wurde.

      Ganz liebe Grüße <3
      Jasmina

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  3. Hi.
    Wir haben seit knapp nen Jahr ne kleine alte Hündin aus dem Tierheim geholt. Sie wird 16 Jahre dieses Jahr 16 Jahre alt .
    Beschwerden und Sonstiges:
    – hochgradige Arthrose
    – komplett blind und taub
    – hochgradig inkontinent
    – Demenz
    – fast zahnlos
    – trinkt kaum was
    – zwischendurch frisst sie nicht mehr
    – immer öfter will sie Nachts im Garten schlafen
    – nimmt ihre Umwelt nicht mehr wahr uvm.

    Der alte Tierarzt will sie nicht erlösen und lieber in dem Alter noch ne Schmerztherapie anfangen. Was wir persönlich nicht befürworten können und wollen.
    Erstens Stress für den Hund und zweitens das Alter von unserer Hündin. Mit Schmerztabletten war sie jedesmal zwei Tage komplett weggetreten.

    Wie würdet ihr entscheiden?

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    • Hallo Mara,

      puh, das kann ich wirklich nicht „so einfach“ beantworten. Erst einmal vielen Dank, dass ihr eure Situation hier mit uns teilt.

      Ich musste meine Hündin aufgrund ihres Lebertumors erst vor 6 Monaten einschläfern und weiß, wie irre schwierig das Abwägen in so einer Situation ist. Und ich habe auch gelernt, dass es ebenso super wichtig ist, dass man einen Tierarzt „an der Hand hat“, dem man wirklich vertraut.

      Wahrscheinlich würde ich mir nochmal Rat bei einem anderen Tierarzt holen. Vielleicht können dir da Freunde / Bekannte jemanden empfehlen? Schmerzen mit Medikamenten zu lindern, finde ich allerdings bei einem alten Tier mit den genannten Erkrankungen schon richtig. Natürlich sollte dein Hund die Medikamente vertragen und nicht komplett „weggetreten“ sein.

      Insgesamt – und das ist am Ende für mich immder das Wichtigste gewesen – musst du dir die Fragen stellen: lebt dein Hund noch ein würdiges Leben und kann er noch eine gewisse Zeit ohne großes Leid bei euch sein ?

      Ihr lebt mit eurem Hund zusammen und könnt das am besten beantworten. Aber wie gesagt, der Rat eines guten Tierarztes kann da nur helfen.

      Ich wünsche euch und eurem Vierbeiner nur das Beste <3
      Jasmina

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  4. Seit unsere Große Schweizer Sennenhündin (70 cm) vor 2 Jahren not operiert werden mussten wegen eitriger Pyometra (Gebärmutterentzündung) leidet sie an fortgeschrittener Hüft-Arthrose und sie lahmt auch vorne links sehr stark. Total operierte Hündinnen neigen später nach der OP dazu Arthrose auszubilden. Dies bestätigte mir unser Tierarzt.
    Ich habe jetzt alles durch an Nahrungsergänzungsmittel, die es auf dem Markt gibt. Von Teufelskralle, MSM bis zu Grünlippmuschel, von Collagen bis spezielle Kräuter aus der TCM (traditionellen Chinesischen Medizin). Zeel gebe ich mit Traumeel im Wechsel, allerdings neigt meine Hündin davon zu Sodbrennen und schafft sich Abhilfe mit Gras fressen. Unser Tierarzt möchte ihr Cortison ins Gelenk spritzen und ihr ein Monatsdepot an Schmerzmittel verabreichen. Davon halte ich eigentlich nicht viel, selbst wenn meine Hündin nach der Behandlung schmerzfrei sein wird, was ist mit den Nebenwirkungen ? Was ist, wenn sich der Magen meldet und mit Blutungen reagiert ? Meine Hündin verträgt ja nicht mal Anti-Zeckenmittel auf chemisch hergestellter Substanz, da reagiert sie sofort mit Nesselsucht und extremen Juckreiz. Inklusive Nervenschädigung. Meine Hunde werden vorwiegend homöopathisch versorgt.
    Schwimmen wäre eine gute Lösung. Allerdings ist meine Hündin komplett wasserscheu. Also müsste man sie zwanghaft ins Bassin treiben.
    Ich werde noch diese Woche einen Termin bei unserem Tierarzt machen müssen, der ihr ein stärkeres Schmerzmittel gibt, wenigstens für die Tage, wo sie nicht mehr laufen will und ihr das vordere Bein weg sackt. Sie tut mir unendlich leid und ich kann ihren erbärmlichen Anblick nicht ertragen. Und mein Hund wird erst in einem halben Jahr 7 Jahre alt. 🙁

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  5. Hallo an Alle,
    mein Bester Freund( Parsson Terrier) ist auch erst 7 Jahre alt und seit Anfang 2018 fing es an das er nicht mehr auf die Couch springen konnte.
    Arthrose,Spondylose und grauer Star….Alles ìnnerhalb eines Jahres. Nun ist er hinten fast lahm und seit gestern lähmt er vorne.Von Grünlippmuschel bekommt er trockene Haut.
    Er liegt gerne auf der Couch und mit Metacam hoffe ich noch auf ein paar Jahre

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  6. Hallo zusammen,
    meine süße Labrador Maus namens Summer wurde schon mit 1 Jahr an beiden Ellenbogen operiert, ich habe alles gemacht mit ihr vom Osteopathen , wasserlaufband,blutegeltherapie , von sämtlichen Zusätzen die es gibt…..
    Sie wird im September erst 7 und kann nur noch schlecht laufen ,unsere Spaziergänge haben sich von schönen langen in sehr kurze umgestellt…
    Sie bekommt seit Jahren cimalgex, Arthro star und pet Dolor…
    Sie ist auch sehr wetterfühlig und hat gute und schlechte Tage.
    Mein TA sagte mir das Die Zeit kommen wird wo ich sie erlösen muss 😪….
    Ich wünschte ich könnte mehr für sie tun und ich bin unendlich traurig……aber ich bin auch sehr dankbar über Die Zeit die wir hatten und noch haben werden.
    Es kommt der Tag, ich muss dann an Summer und ihre Schmerzen denken und darf keine egoistische Entscheidung treffen, so weh mir auch der Gedanke alleine tut..
    Ich danke euch für eure Beiträge.
    Lg Dani und Summer 🐶

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  7. Ich habe eine Hundepension im kleinen Rahmen. Dort einen Tagesgast, der bereits eine Gelenkmissbildung vorne hat (Gelenke drehen sich nach außen und sind dick). Darüber hinaus versagt die Hinterhand ab und zu komplett, so das er vorne läuft und die Hinterbeine hinterherzieht. Es ist schrecklich mit an zu sehen. Aber der Halter hält die Zeit für noch nicht gekommen. Haufen maxchen nur unter größter Anstrengung, Pippi pinkelt er wie ein Mädchen gegen die Vorderbeine. Die Lebensqualität ist gleich null. Wir haben da auch schon mal was zu gesagt, aber der Halter schiebt das weg. Was tun? Vor einem Jahr hat er seine Frau an Krebs verloren mit 53 Jahren, dann im Frühjahr den Hund seiner verstorbenen Frau und jetzt ist sein Hund schlimm dran. Das ist schlimm, aber wie lange soll der arme Kerl noch so leiden?

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