Der Hund wird alt – Anzeichen & Veränderungen im Alter

Der Hund wird alt – wie auch bei uns Menschen gibt es keinen ganz exakten Zeitpunkt an dem man festmachen kann „Jetzt ist mein Hund alt“. Es gibt keinen speziellen Tag, an dem dein Hund plötzlich ein Senior ist. Wenn du zum Thema Alter des Hundes mehr erfahren möchtest,  habe ich dazu auch schon sehr ausführlich in einem anderen Artikel die Frage „Wie alt werden Hunde?“ behandelt. Grundlegend kann man zwar sagen große und schwere Hunde altern schneller als kleine und leichte Hunde.

Aber es gibt Anzeichen für das Alter. Manche sind sehr deutlich. Andere wiederum weniger offensichtlich. Generell muss man sich aber immer vor Augen führen: ein hohes Alter ist eine Lebensphase und keine Krankheit.

Hier kannst du diesen Artikel auch als Podcast hören:

Anzeichen, dass dein Hund alt wird

Dein Hund wird alt. Aber was sind denn aber nun deutliche Anzeichen dafür? Woran merkst du das? Da gibt es einerseits sehr offensichtliche äußerliche Anzeichen.

Äußerliche Anzeichen für das Alter

Dazu gehören unter anderem Dinge wie: 

  1. Dein Hund bekommt weißes Fell rund um die Schnauze und am Kopfbereich (manchmal auch an anderen Körperteilen).
  2. Das Fell glänzt nicht mehr so stark (manchmal wirkt es auch stumpfer oder borstiger). Die Haut verändert sich eventuell.
  3. Die Augen erscheinen trüber.
  4. Dein Hund wirkt nicht mehr so muskulös.

Verhaltensanzeichen, dass dein Hund alt wird

Dann gibt es natürlich auch noch einige Verhaltensanzeichen, die dir recht deutlich zeigen, dass dein Hund eben kein Junghund mehr ist, sondern ein Hundesenior.

Was aber ganz wichtig ist, wenn du so eine Verhaltensänderung an deinem Hund sehr plötzlich bemerkst, dann beobachte das sehr gut und lass das am besten zeitnah von einem Tierarzt untersuchen.

Denn wenn dein Hund nämlich von heute auf morgen keine Lust mehr hat, zu spazieren, er schwach und schlapp ist oder keine Freude äußert, dann kann das durchaus krankheitsbedingte Ursachen haben.

Verhaltensänderungen des Alters kommen nämlich meist eher schleichend und selten spontan und plötzlich.

Welche Veränderungen gehören dazu?

  1. Dein Hund ist generell weniger aktiv.
  2. Dein Hund läuft langsamer. Seine Ausdauer lässt nach.
  3. Er braucht mehr Zeit für manche Dinge (Schnüffeln, Pinkeln, etc.)
  4. Dein Hund schläft und döst deutlich mehr.
  5. Er sucht vielmehr wärmere Schlafplätze auf.
  6. Dein Hund ist weniger am Spiel mit anderen Hunden interessiert.
  7. Er fordert stärker seinen routinierten Ablauf ein und mag keine Veränderungen.
  8. Manchmal ist das Reaktionsvermögen vermindert.
  9. Es kann sein, dass dir dein Hund sturer vorkommt.

Es können natürlich auch noch andere Verhaltensänderungen eintreten. Das sind aber Veränderungen, die man sehr oft beobachtet. Und auch hier ist wieder wichtig zu wissen: das okay so und bedarf keiner „Optimierung“. Wenn deine Hundeoma oder dein Hundeopa keine Lust hat, mit anderen Hunden zu spielen, muss er das auch nicht. Und wenn er eben 3 Minuten an einem Grashalm schnüffeln muss, dann sollte er das auch dürfen. So ist das im Alter ;-).

Häufige Erkrankungen & gesundheitliche Veränderungen im Alter

Dann gibt es noch sehr häufige gesundheitlichen Veränderungen, die das Alter mit sich bringt. Nicht zuletzt auch einige Erkrankungen, die hinzukommen können.

Das können beispielsweise folgende Veränderungen sein: 

  1. Der Hund kann nicht mehr gut hören oder sehen (Neigung zu Taubheit, Blindheit).
  2. Dein Hund ist vielleicht anfälliger für Infekte / Erkrankungen (Immunsystem).
  3. Die Gelenke und Knochen sind anfälliger für Probleme im Bewegungsapparat bzw. zeigen Verschleißerscheinungen. (sehr häufig: Arthrose)
  4. Erkrankungen der inneren Organe können hinzukommen.
  5. Es können sich Geschwülste unter der Haut und Warzen auf der Haut bilden (nicht alle sind bedenklich, sollten aber untersucht werden).
  6. Es kann sich Demenz entwickeln.
  7. Erkennbare Probleme mit starker Kälte oder extremer Hitze. (Dein Hund kann extreme Temperaturen schlechter selbst ausgleichen)

Auch das sind nur einige häufig auftretende Veränderungen, die auftreten können. Es kann auch gut sein, dass dein Hund von all dem bis ins hohe Alter verschont bleibt, was wünschenswert wäre. Jedoch sind solche gesundheitlichen Veränderungen für den Hundesenior nicht ungewöhnlich.

Mein Hund wird alt – Erkrankung oder Alter?

In diesem Zuge einiger Veränderungen kann man sich natürlich die Frage stellen: ist das jetzt eine Erkrankung oder ist das das Alter?

Es gibt durchaus Veränderungen und Beobachtungen, die du am besten direkt beim Tierarzt abklärst.

Reagiert dein Hund beispielsweise nicht mehr, wenn du ihn rufst, kann das durchaus dem Alter zuzuschreiben sein. Es ist aber möglich, dass dein Hund ein Problem an den Ohren hat, das tierärztlich behandelt werden muss.

Steht dein Hund nach dem Schlafen schwerfällig auf, kann das auch auf eine Arthrose hindeuten. Dein Hund ist dann nicht nur altersbedingt „etwas schwach“, sondern sollte behandelt werden.

Ähnlich ist es, wenn dein Hund ab und an Urin verliert. Das kann eine altersbedingte Inkontinenz sein. Es ist aber auch möglich, dass dein Hund eine Blasenentzündung oder andere urologische Probleme hat.

Jeder Senior ist anders

Es bedeutet nun selbstverständlich nicht, dass alle Anzeichen auf deinen Hund zutreffen.

Den nordischen Hunderassen, wie dem Husky oder dem Alaskan Malamute, sieht man ihr Alter wegen der weißen Gesichtsmaske äußerlich meist kaum an. Genauso wie andere Hunde ihr Verhalten bis ins hohe Alter kaum verändern. Jeder Seniorhund altert etwas anders.

Wichtig ist, dass du bestimmte Veränderungen, die bedenklich sein könnten, immer beim Tierarzt abklären lässt.

Und denke immer daran: Alter an sich ist keine Krankheit. Sondern eine Lebensphase.


Liebt eure Hunde  ♥

Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte und bin gespannt auf deine Erfahrungen, Fragen und Tipps. Du kannst mir dazu ganz einfach unten im Kommentarfeld schreiben! Ich antworte so schnell ich kann 🙂

Fragen kannst du aber auch in unserer Facebook-Gruppe stellen – Tipps und Erfahrungen von anderen Hundefreunden inklusive. 🙂

 

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6 Gedanken zu „Der Hund wird alt – Anzeichen & Veränderungen im Alter“

  1. Hallöchen. Mit Interesse lese ich immer die neuen Artikel von dir über alte Hunde. Meine Lucy haben wir aus einem Tierheim in Alicante. Sie ist ein kleiner Mix. Sie wurde aus dem Fenster geworfen. Vorderbein und Hinterbein waren gebrochen und wurden genagelt. Da war sie ca. 4Monate.
    Nun auf die im März 16 Jahre. Sie ist fast taub aber sonst noch ziemlich fit. D
    Danke für die Artikel.

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    • Liebe Christine,

      ganz lieben Dank für dein Lob 🙂 Das klingt ja furchtbar, was deine Hündin mitmachen musste. Ich hoffe, dass ihr noch eine tolle & lange Zeit zusammen habt.

      LG
      Jasmina <3

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  2. Hallo, ich bin Ursula. Mein Donny wird Ende März 11 Jahre alt. Er ist noch ganz gut in Schuß, aber man sieht und merkt ihm an, daß er ein älterer Herr ist. Aber ich bin noch immer so verliebt in ihn wie früher. Er ist ein bißchen bequem geworden, und deshalb gehen wir einmal pro Woche zum degility. Das tut ihm sehr gut, und er liebt die Trainerin.
    Gut tut ihm unser Raven, fast 1 Jahr alt und ein kleiner Wilder. Donny spielt lieb mit ihm, und Raven animiert ihn auch dazu. Das tut Donny gut, weil er sich ja bewegen muß, wozu er nicht immer Lust hat. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit unseren Jungs.

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    • Liebe Ursula,

      tausend Dank für deine Worte 🙂 Mein Pan hat unsere Sunny auch oft noch animiert und mit seiner jugendlichen Art fit gehalten. Ich bin überzeugt, dass das auch ein Grund dafür war, dass sie überhaupt so alt wurde und im Alter auch noch recht fit war – trotz aller Zipperlein.

      Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.
      Jasmina

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