6 gesunde Gewohnheiten für deinen alten Hund

Healthy Habits sind eines der Schlagwörter, wenn wir aktuell über gesunde Gewohnheiten bei Menschen sprechen. Doch gibt es auch bei Hunden so etwas wie gesunde Gewohnheiten? Selbstverständlich! Ich zeige dir heute 5 gesunde Gewohnheiten, die du für deinen Hunde etablieren solltest!

1. Bewegung im Freien

Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Besonders bei Hunden, die altersbedingt und krankheitsbedingt nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind, wird man irgendwann sehr rücksichtsvoll. Manchmal zu rücksichtsvoll.

Klar, du machst dir schließlich Sorgen und willst deinen alten Hund nicht überlasten. Mir ging es da nicht anders.

Andererseits ist regelmäßige Bewegung auch für alte Hunde immer ein wichtiger Punkt, um auch im Seniorenalter glücklich und fit zu sein.

Bewegung im Freien regt nicht nur die Verdauung an, sondern aktiviert auch viele andere Sinne. Die Nase zum Beispiel. Aber auch die Ohren und die Augen. Da wird geschnüffelt, gelaufen und markiert. Hundekontakte finden statt oder dein Hund nimmt einfach nur die Umwelt wahr.

Man glaubt gar nicht, was bei einem „einfachen“ Spaziergang alles so geschieht.

Deswegen bin ich mit meiner Hündin mehrmals täglich kleinere Runden gegangen. Statt sie aufgrund ihres Alters zu „schonen“, habe ich die Gewohnheit „Bewegung im Freien“ einfach in verträgliche Häppchen gestückelt.

So musste sie sich nicht überanstrengen und kam dennoch auf ihre tägliche Portion Bewegung.

Ich habe gemerkt, wie gut ihr die Bewegung tat und dass sie es klasse fand, neues zu erleben. Also haben wir unsere Routen auch oft verändert und neue Routen gewählt.

Aber auch gemeinsamer Sport (bspw. Joggen) kann eine tolle Art der Bewegungsgewohnheit sein. Das geht natürlich nur, wenn dein alter Hund auch noch fit genug dafür ist.

Achte also gut darauf, dass du deinen alten Hund trotz seines Alters nicht einrosten lässt. Dein Hund sollte natürlich keine Grenzerfahrung machen müssen, aber ein gesundes Maß an Bewegung und Bewegungsförderung darf durchaus sein.

2. Routinen

Man hört oft, dass Hunde Gewohnheitstiere seien. So gut sich meine beiden Hunde auch immer wieder gern auf neue Situationen eingestellt haben, kann ich das trotzdem bestätigen.

Hunde lieben Routinen. Hunde lieben berechenbare Abläufe und Strukturen.

Das gibt ihnen Struktur und damit Sicherheit. Und nur wer sicher ist, kann auch entspannt und selbstbewusst sein. Auch oder vielleicht ganz besonders im Alter.

Wir haben eine ganze Menge dieser Routinen. Und ich wette, du und dein Hund auch. Selbst wenn dir das jetzt vielleicht nicht so bewusst ist.

Da wäre zum Beispiel der Ablauf unseres Morgens zwischen Montag und Freitag. Der läuft eigentlich immer gleich ab. Wir stehen auf, dann haben wir ein kleines Guten-Morgen-Ritual, darauf folgt das Frühstück und schließlich die Gassirunde.

Pan weiß ganz genau wie der Morgen verläuft und freut sich höllisch, wenn das Frühstück endlich vorbei ist und wir zur großen Gassirunde aufbrechen. Am besten noch in Begleitung seiner Hundekumpeline.

Ich lege ihm sein Halsband um, packe den Snackbeutel und die Kottüten ein und schnappe mir die Leine. Spätestens wenn er das Halsband trägt, ist seine Freude kaum noch zu bändigen.

Nach der Runde bekommt er sein Frühstück und dann ist erstmal dösen angesagt. Am besten bis zum Mittagessen.

Am Wochenende sind die Routinen ähnlich, finden jedoch zu anderen Zeitpunkten statt ;-).

Hat dein Hund auch solche Routinen, auf die er sich immer verlassen kann? Was passiert, wenn du diese Routinen mal nicht so einhalten kannst? Merkst du, dass dein Hund dann irritiert ist?

Hunde Routinen und Rituale

3. Rituale

Erst letzte Woche habe ich in meinem Newsletter über unsere Hunde-Rituale geschrieben und war davon überwältigt, wie viele Antworten ich dazu von euch bekam.
An dieser Stelle also auch noch ein Dankeschön an alle, die sich die Mühe gemacht und mir ihre Hunde-Rituale geschrieben haben. Das war sehr inspirierend!

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Aber was ist eigentlich ein Ritual? Für mich entsteht ein Ritual dann, wenn eine Routine eine emotionale Bedeutung bekommt.

Das können ganz unterschiedliche Abläufe und Dinge im Hundealltag sein, die für euch von emotionaler Bedeutung sind.

Unser erstes tägliches Ritual beginnt am Morgen mit einer ausgiebigen Begrüßung mit Kuscheln und einer kleinen Rückenmassage für unseren Vierbeiner – noch bevor der Kaffee gebrüht wird. Danach geht Pan erstmal eine Runde den Garten abchecken.

Am Abend ist es ähnlich. Ich gehe niemals ins Bett ohne unser Hunde-Ritual. Meine Hündin hat das geliebt, regelrecht darauf gewartet und wurde erst dann richtig entspannt.

Ganz besonders schön fand ich das Ritual einer Leserin, deren Hunde sich im Wohnzimmer aufreihen, bevor sie zur Arbeit aufbricht. Nacheinander gibt ihr jeder Hund zum Abschied die Pfote, als Gegenleistung gibt es ein Leckerli.

Anschließend sucht sich jeder Hund einen Platz zum Entspannen und Frauchen geht zur Arbeit. Das finde ich richtig toll.

Auch wenn es nur ein Abschied für ein paar Stunden ist, ist es schön, dass er für ihre Hunde offensichtlich positiv verknüpft ist und alle Bescheid wissen, was nun zu tun ist. Nämlich „Tschüß sagen“ und dann relaxen.

Genau wie Routinen habe Rituale für Hunde (und für ihre Menschen) eine zufrieden stellende und orientierende Wirkung. Das kann man sich vor allem bei alten Hunde zu Nutze machen, um ihnen Sicherheit und Struktur zu geben.

4. Ruhe

Damit wäre ich auch schon bei der vorvorletzten gesunden Gewohnheit für alte Hunde. Nämlich dem Thema Ruhe. Davon brauchen Hunde pro Tag im Durchschnitt 15 bis 20 Stunden. Eine ganze Menge, oder?

Hunde brauchen also viel Ruhe und dösen und verschlafen oft einen Großteil des Tages. Bei jüngeren Hunden sind die Ruhephasen meist etwas kürzer, dafür häufiger. Je älter dein Hund wird, umso mehr wirst du bemerken, dass sich die Ruhephasen verlängern.

Das Bedürfnis nach Erholung und Schlaf steigt also mit dem Alter.

Der Hundealltag kann schon mal anstrengend sein, besonders im Sommer, wenn es heiß ist oder besondere Dinge anstehen, wie ein Tierarztbesuch, ein Fest oder ein Ausflug.

Ähnlich wie bei unserer kleinen Tochter, haben es sich meine Hunde ebenfalls zur Gewohnheit gemacht, mehrere Schläfchen am Tag einzulegen.

Diese Schlaf- und Ruhepausen finden meist nach den Gassirunden oder nach dem Fressen statt. Mit vollem Bauch oder ausgepowert schläft es sich eben am besten.

Was auch immer man als Zweibeiner am Tag so macht, sollte man seinem Hund Zeit für diese Ruhephasen einräumen.

Das bedeutet zum Beispiel, dass du während eines Tagesausflugs darauf achtest, dass dein Hund nicht nur wandert, sondern auch mal eine längere Pause mit einem Nickerchen machen kann.

Oder es bedeutet, dass du deinem Hund auch im Urlaub Ruhephasen gönnst, in denen er einfach nur in der Ferienwohnung oder im Hotel dösen kann. Erholung ist super wichtig, um danach wieder fit und agil zu sein.

5. Regelmäßiger Tierarztcheck

Nun zu ganz praktischen Dingen. Eine weitere Gewohnheit, die du für deinen alten Hund etablieren solltest, ist der regelmäßige Tierarztcheck.

Je nach Alter und gesundheitlicher Situation deines Hundes kann dieser Check halbjährlich oder jährlich stattfinden.

Besonders im Seniorenalter unserer Hunde können sich Erkrankungen schnell entwickeln, ohne dass man sie direkt bemerken würde.

Solche regelmäßige Checks mit einem Blutbild und einer tierärztlichen Untersuchung können dabei helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ebenso noch in einem frühen Stadium zu behandeln.

Frag deinen Tierarzt beim nächsten Mal einfach nach so einem jährlichen oder halbjährlichen Komplett-Check.

6. Kontakte und Freunde

Hundefreunde

Früher war es in etwa so: Pan sah einen anderen Vierbeiner und musste ganz dringend zu ihm, um diesen neuen Vierbeiner kennen zu lernen. Das war oft ganz schön nervig. Besonders wenn Pan seinen Willen nicht durchgesetzt bekam und die nächsten Stunden regelrecht beleidigt und stur war.

Mit nun mittlerweile 7 Jahren und einige Erfahrungen später, kann mein Rüde durchaus auch gelassen darauf verzichten, jeden Hund mal kurz zu begrüßen. Dafür legt er offensichtlich Wert auf seine Hundekumpels, die wir regelmäßig treffen.

Und das behalten wir im Alter auch so bei. Seit Sunny nicht mehr bei uns ist, finde ich andere Hundekontakte für ihn noch wichtiger.

Verlässliche und freundliche Hundekontakte sind aber auch für die meisten alternden Hunde von Bedeutung. Bei Sunny habe ich oft bemerkt, dass sie in den Stunden mit anderen Hunden regelrecht aufblühte und in ihrem Verhalten deutlich jünger wirkte. Wobei das nur sehr ausgewählte Hundefreunde betraf. Die meisten anderen konnte sie nämlich nicht leiden.

Das bedeutet nicht, dass wir uns zwangsweise täglich mit anderen Hunden treffen. Ich achte aber schon darauf, dass wir mindestens ein paar Mal die Woche Hundefreunde treffen oder gemeinsam etwas mit Hund unternehmen. Sei es ein Spaziergang, ein gemeinsames Essen, entspannen und spielen im Garten oder ein Ausflug.

 

Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte und bin gespannt auf deine Erfahrungen, Fragen und Tipps. Du kannst mir dazu ganz einfach unten im Kommentarfeld schreiben! 🙂

Neu: Fragen kannst du nun auch in unserer Facebook-Gruppe stellen – Tipps und Erfahrungen von anderen Hundefreunden inklusive. 🙂

Gesunde Gewohnheiten für alte Hunde


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3 Gedanken zu “6 gesunde Gewohnheiten für deinen alten Hund”

  1. Ich bin dir in allem gleicher Meinung bis auf Punkt 5.
    In meinen über 35 Jahren Hundeerfahrung habe ich eines gelernt.
    Suche einen Tierarzt nur auf wenn es unbedingt notwendig ist.
    Solange TA unseren Hunden Bravecto geben und am liebsten den Hund alle 3 Monate entwurmen hält sich mein Vertrauen zu Tierärzten doch in sehr engen Grenzen.

    Viele Grüße
    Hans Peter

    • Hallo Hans,

      da bin ich nicht ganz bei dir. Ja, die Tierärzte, von denen du sprichst, die gibt es. Aber 1. muss man zu denen ja nicht gehen und 2. gibt es auch jene, die mit viel Offenheit und Bedacht agieren, die Homöopathie und natürliche Mittel der Schulmedizin vorziehen und wahrlich im Sinne der Hunde arbeiten. Ich finde, dass es vielmehr in der Verantwortung der Hundefreunde liegt, sich intensiver mit der Gesundheit und der Suche nach einem passenden Tierarzt zu beschäftigen, sich durch Wissen eine eigene Meinung zu bilden und auch mal mutig zu sein und natürliche Mittel auszuprobieren…statt pauschalisierendes Tierarzt-Bashing zu betreiben. Es zwingt dich niemand, deinem Hund Bravecto zu geben und ihn alle 3 Monate zu entwurmen. (Das mache ich übrigens auch nicht, weil ich von anderen natürlichen Mitteln überzeugt bin.)

      Andererseits möchte ich den Rat unserer Tierärztin auch nicht missen, wenn ich mit Problemen bei meinem Hund nicht weiter komme…

      Ja, die Schulmedizin hat ihre Grenzen, aber das haben natürliche Heilverfahren eben auch . Ich finde, dass der beste Ansatz im Sinne des Hundes da eine gute Kombination aus beidem ist, statt nur das Eine zu wählen und das Andere komplett auszuschließen.

      Liebe Grüße und danke für deine Meinung
      Jasmina

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