6 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du einen alten Hund aus den Tierheim holst

Besonders alte Hunde haben es verdient, aus dem Tierheim in ein liebevolles Zuhause geholt zu werden. Und ich bin dankbar für jeden Menschen, der sich für einen alten Hund aus dem Tierheim entscheidet.

Meine alte Seelenhündin kam auch aus dem Tierheim zu mir – eine der besten Entscheidungen, die ich je traf und die so viel verändert hat. Für sie und für mich.

Wenn du auch darüber nachdenkst, einen alten Hund aus dem Tierheim zu adoptieren, möchte ich dir vorher 6 wichtige Fragen stellen und zeigen, warum du dir diese Fragen stellen solltest.

6 Fragen – 6 Antworten

1.Komme ich damit zurecht, dass mein Hund möglicherweise nicht sehr lange bei mir sein wird und ich ihn vielleicht schon in ein paar Jahren gehen lassen muss?

Ganz ehrlich, als ich meine Hündin 2010 aus dem Tierheim zu mir holte, ging mir dieser Gedanke oft durch den Kopf. Würde ich damit klar kommen, dass Sunny möglicherweise nur wenige Jahre bei mir bleibt und ich sie dann schon wieder gehen lassen müsste?

Das Hundeleben ist ohnehin schon ziemlich kurz. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hunden liegt in etwa bei 10 bis 15 Jahren.

Holt man einen alten Hund aus dem Tierheim zu sich, bleiben davon nicht mehr viele Jahre übrig.
Ich möchte damit nicht sagen, dass das gegen die Anschaffung eines alten Hundes aus dem Tierheim spricht.

Ich möchte dich lediglich bitten, dich gedanklich damit zu befassen.

Dennoch finde ich, dass es besonders alte Hunde absolut verdient haben, aus dem Tierheim zu kommen und in ihren letzten Jahren in einem schönen und liebevollen Zuhause zu leben.

2. Ist es okay für mich, mit meinem Hund ausgedehnte Spaziergänge statt Sport mit ihm zu machen?

Ich fahre gerne Fahrrad und jogge auch immer mal wieder gern. Meine Hündin war in den ersten Jahren immer mit dabei. Sie hatte Freude an der Bewegung und Auslastung.

Mit den Jahren hatte sie aber immer weniger Bock auf Jogging-Runden. An das Fahrradfahren war schon gar nicht mehr zu denken. Zu schnell war sie aus der Puste. Außerdem hatte sie nach körperlicher Anstrengung sehr häufig Probleme mit ihrer Arthrose und Spondylose.

Es gibt viele alte Hunde, die noch erstaunlich fit und gesund sind. Stell dich aber auch darauf ein, dass sich das ändern kann und du immer an der Seite deines Hundes stehen wirst – ob er nun fit mit dir Trails mit dem Bike läuft oder ihr gemütliche Senioren-Spaziergänge macht.

3. Bin ich bereit und habe ich die finanziellen Möglichkeiten, meinem Hund bei einer Erkrankung alle notwendige tierärztliche Hilfe zukommen zu lassen?

Ein alter Hund muss nicht per se krank sein. Ganz und gar nicht. Du solltest aber immer damit rechnen, dass ein alter Hund auch krank werden kann.

Meine Sunny war viele Jahre fit wie ein Turnschuh. So fit, dass sie vor lauter Kraft und Power Purzelbäume auf dem Acker schlug und sich dabei die Rute brach.

Später erst kamen die Probleme des Alters. Arthrose, Spondylose, leichte Blindheit, etwas Demenz, Probleme mit Haut und Fell, Nierenprobleme, Inkontinenz, Lebertumor….Sunnys Liste wurde in den letzten Jahren immer länger.

Das bedeutete auch, dass wir immer öfter zum Tierarzt mussten und die Rechnungen nicht unbedingt geringer wurden. Allein mit einem Ultraschall liegt man locker bei ca. 100 Euro. Hinzu kommen weitere tierärztliche Untersuchungen, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Hilfsmittel wie Hundesocken (gegen das Rutschen auf glatten Böden) oder die Anschaffung einer Hunderampe oder eines orthopädischen Hundebetts.

Mit etwas Glück kannst du für solche Fälle noch eine Hundekrankenversicherung oder zumindest eine Hunde-OP-Versicherung abschließen, damit du bei sehr hohen Rechnungen entlastet wirst.

4. Wäre ich im Zweifel bereit, nachts aufzustehen, um meinen Hund Pipi machen zu lassen?

Als Mama einer 6 Monate alten Tochter macht mir Schlafmangel nicht mehr so viel aus. Wenn du keine Kinder hast, aber einen alten Hund, kann es durchaus sein, dass deine Nächte streckenweise ebenfalls kürzer werden.

Gar nicht so selten leiden ältere Hunde unter Inkontinenz oder können das kleine und große Geschäft einfach nicht mehr so lange anhalten.

Das bedeutet, dein Hund muss nachts raus. Von Glück kann reden, wer einen Garten hat und den Hund nachts zum Pipi machen in den Garten lassen kann. Andererseits muss man auch mal mitten in der Nacht die ein oder andere Gassirunde gehen.

Auch das trifft nicht auf alle alten Hunde zu, ist aber gut möglich.

5. Ist es okay für mich, wenn mein Hund eher ruhig ist und nicht mehr viel Wert auf Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen legt?

Alte Hunde strahlen auf mich meist eine tolle gesetzte Ruhe aus. Sie sind weniger quirlig und genießen schönes Wetter und das Zusammensein mit ihren Menschen ganz anders als ihre jungen Kollegen.

Zwar haben wir uns bis zu Sunnys Tod oft mit Freunden und ihren Hunden getroffen, Sunny war das aber gar nicht mehr so wichtig mit anderen Hunden zu spielen oder großartig zu interagieren.

Sie legte offensichtlich deutlich mehr Wert darauf, dass ihr Menschenrudel und Pan bei ihr waren und hat sich in ihrem Rudel rundum wohl gefühlt.

Hundewiese? Hundeschule? Das wäre für meine Hündin in den letzten beiden Jahren eher Stress statt Spaß gewesen.

6. Bin ich gewillt, meinen Hund anders auszulasten, als mit körperlicher Aktivität?

Wenn der Körper nicht mehr so kann und der Geist nicht mehr so mit anderen Hunden will, dann ist bist du als Mensch stärker gefordert, deinen Hund dennoch auszulasten und zu beschäftigen.

Das hält nicht nur die Rübe und den Körper fit, sondern sorgt auch für Ausgleich, der aufgrund eingeschränkter Bewegungsfähigkeit und mangelndem Interesse an Artgenossen möglicherweise fehlt.

Sunny war immer sehr an Suchspielen interessiert. Egal, was es zu finden gab, sie hat es gefunden.

Das habe ich ausgenutzt und sie mit allerhand verschiedenen Such- und Schnüffelspielen in allen möglichen Varianten beschäftigt.

2. Zu guter Letzt

Zieht ein Welpe bei dir ein, werden all diese Umstellungen im Seniorenalter deines Hundes auch irgendwann auf euch zukommen. Nur ist es ein großer Unterschied, ob man sich bewusst für einen alten Hund im „jetzt“ oder „später“ entscheidet.

Wird der Welpe langsam zum erwachsenen Hund und schließlich zum Senior, wächst man in den Alltag mit einem alten Hund hinein. Bei der Entscheidung für einen alten und möglicherweise kranken Hund aus dem Tierheim, ergibt sich die Situation von jetzt auf gleich.

Ich schreibe diesen Artikel keinesfalls, um dich abzuschrecken, sondern um vielleicht zu verhindern, dass du dich für einen alten Hund aus dem Tierheim entscheidest und dann feststellst, dass das Zusammenleben gar nicht so gut funktioniert, wie gedacht. Das wäre weder für dich, noch für deinen Vierbeiner eine gute Situation.

 

Liebt eure Hunde ♥

 

Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte und bin gespannt auf deine Erfahrungen und Fragen rund um alte Tierheim-Hunde. Hast du bspw. Erfahrungen mit deinem alten Hund aus dem Tierheim gemacht, die ich hier noch nicht beschrieben habe? Hast du Fragen? Teile sie mit uns! Du kannst mir dazu ganz einfach unten im Kommentarfeld schreiben! 🙂

Neu: Fragen kannst du nun auch in unserer Facebook-Gruppe stellen – Tipps und Erfahrungen von anderen Hundefreunden inklusive. 🙂

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