Hundeeis selber machen – Rezeptideen und Tipps

Dicke Pfote, ist das heiß! Es ist nun kurz vor 15 Uhr und wir haben bereits knappe 30 Grad in unserer eigentlich sehr kühlen Behausung. Auch die Gassirunde heute Morgen ließ uns schon die Schweißperlen auf der Stirn stehen – oder eben die Zunge bis zum Boden hängen.

Während Sunny nun vergeblich Abkühlung unter dem Bettgestell sucht, saugt Pan die Kühle der Fliesen auf der Terrasse regelrecht auf.

Weil beide bei dieser Hitze lieber irgendwo rumliegen und auf den kühleren Abend hoffen, statt draußen herumzutollen und auch keine wirkliche Lust auf ihr Fressen haben, haben wir uns einen kleinen Schmankerl für solch heiße Tage ausgedacht: Hundeeis!

„Hunde und Eis“ – gut zu wissen

Bei unseren beiden Hunden kommt das Hundeeis extrem gut an. Warum Hundeeis? Weil „Menscheneis“ für Hunde nicht geeignet ist.

Das liegt vor allem am vielen Zucker im Eis. Wie wir ja alle wissen, ist Zucker für Hundezähne genauso schädlich wie für Menschenzähne. Zucker kann außerdem Diabetes beim Hund auslösen und auch Ursache für Nierenkrankheiten, Knochen- und Gelenkprobleme sein.

Da wir das alle nicht wollen, gibt es die Idee des Hundeeis. Hundeeis gibt es zwar hier und da zu kaufen. Doch möchtest Du wirklich gesundes, frisches und abwechslungsreiches Hundeeis für Deinen Hund, solltest Du es selbst herstellen.

Das erfordert zwar ein wenig Kreativität und Kenntnis darüber was Deinem Hund so alles schmeckt (und natürlich, was er überhaupt futtern darf), ist aber schnell gemacht.

Eis-fuer-Hunde-selber-machen

Wenn das nicht nach wahrem Genuß aussieht 😀

Die wichtigste Regel: In das Hundeeis gehört kein Zucker. Ansonsten ist eigentlich recht viel erlaubt.

Wir halten uns dabei unter anderem an die Tipps und Tricks von Swanie Simon aus dem Buch „BARF – Biologisch Artgerecht Rohes Futter“*.

Bevor es losgeht, solltest Du Dir überlegen, ob Dein Hund lieber süßliches oder deftiges Hundeeis mag, dementsprechend müssen die passenden Zutaten gekauft oder aus dem Kühlschrank geplündert werden.

Eine weitere Überlegung ist, das Hundeeis mit Milchprodukten anzureichern.

Und das Schöne ist, selbstgemachtes Hundeeis kann so individuell hergestellt werden, dass es sich für den jungen Hund ebenso eignet, wie für alte Hunde, übergewichtige Hunde, kranke Hunde oder allergische Hunde.

Süßliches Hundeeis mit Früchten

Süßliches Hundeeis macht man am besten aus einer Frucht oder mehreren Früchten. Die Früchte sollten püriert werden.

Je nach Lust, Laune und Geschmack kann man Fruchtpüree anschließend noch mit Wasser oder auch mit diversen Milchprodukten (siehe unten) anreichern. Das Mengenverhältnis spielt im Grunde keine wesentliche Rolle. Leckerer und gesünder ist es natürlich, wenn mehr Frucht als alles andere im Hundeeis steckt.

Diese Früchte dürfen ins Hundeeis

Unseren beiden Hunden schmeckt ihr Eis mit Himbeeren, Erdbeeren und Apfel (scheinbar) am besten. Es dürfen aber auch andere Früchte verwendet werden. Zum Beispiel:

  • Bananen
  • Nektarinen
  • Aprikosen
  • Beeren (Himbeere, Erdbeere..)
  • Birnen
  • Feigen
  • Kiwis
  • Pflaumen 
  • Apfel

Bei den Steinfrüchten solltest Du vorher natürlich die Kerne entfernen – bitte nicht an Deinen Hund verfüttern.

Hundeeis mit Gemüse & Kräutern

Es soll ja auch Hunde geben, die Gemüse über alles lieben. Karotten sind für Sunny und Pan ebenfalls eine wahre Delikatesse. Und so kann man natürlich auch aus püriertem Gemüse ein echt leckeres Hundeeis zaubern. Folgende Gemüsesorten bieten sich dafür an:

  • Karotten
  • Rote Beete
  • Topinambur
  • Zucchini
  • Gurken
  • Spinat
  • Kürbisfleisch
  • Pastinake

Um das Hundeeis noch gesünder zu machen, können auch noch gesunder Kräuter hinzugefügt werden, wie beispielsweise:

  • Alfalfa
  • Borretsch
  • Brennessel
  • Brunnenkresse
  • Hagebutten
  • Löwenzahn
  • Petersilie
  • ..

Deftiges Hundeeis mit Fleisch oder Wurst

Richtig deftig und herzhaft wird es hingegen mit selbstgemachtem Hundeeis aus Fleisch oder Wurst bzw. einer Kombination aus Fleisch oder Wurst mit Milchprodukten.

Generell können Fleisch und Wurst von Rind, Pferd, Schaf, Ziege, Huhn, Pute, Ente und Wild bedenkenlos dafür verwendet werden – außer Dein Hund leidet an einer Allergie gegenüber einer dieser Fleischarten.

Am besten holst Du Dir das Fleisch in gewolfter Form bei einem BARF-Shop in der Nähe. Gefrorenes Fleisch am Stück eignet sich eher weniger für ein echtes Hundeeis. Jene Hunde, die es vertragen finden aber sicher auch etwas Leberwurst in ihrem Eis super !  Gut eignen sich folgende Fleischsorten :

  • Blättermagen
  • Herz
  • Lefzen (sehr mager)
  • Muskelfleisch
  • Pansen

Milchprodukte, die ins Hundeeis dürfen

Wie bereits oben mehrfach erwähnt, können dem Hundeeis auch bestimmte Milchprodukte hinzugefügt werden. Joghurt und Hüttenkäse sind beispielsweise unter vielen Hunden ein echter Renner und werden auch gern in gefrorener Form verspeist:

  • Buttermilch oder Dickmilch
  • Ziegenmilch
  • Joghurt
  • Quark
  • Hüttenkäse
  • Frischkäse

So stellst Du das Hundeeis am besten her

Das Schöne am Hundeeis ist, dass Du es ganz genau auf die Bedürfnisse und den Geschmack Deines Hundes ausrichten und ein wahres schmackhaften Meisterwerk kreieren kannst.

Ist Dein Hund etwas übergewichtig und soll abnehmen, empfehle ich beispielsweise eine Kombination aus magerem Joghurt oder Quark mit gewolften Lefzen, die sehr sehr mager sind oder auch weniger kalorienhaltigen Früchten wie Apfel, Erdbeeren oder Himbeeren oder Gemüse wie Gurke, Zucchini und Möhre.

Ist Dein Hund allergisch gegen eine der aufgeführten Zutaten, lässt Du sie einfach weg oder ersetzt sie durch eine andere.

Hat Dein Hund knochen- und gelenksprobleme, kann die tägliche Portion Grünlippmuschel eben auch in das Hundeeis und so Deinem Hund zugeführt werden.

Zutaten pürieren und vermengen

Du schnappst dir also die gewünschten Zutaten für das Hundeeis und pürierst diese gut durch.

Hast Du alle gewünschten Zutaten püriert, fügst du nun eines der Milchprodukte hinzu. Bei meinen Hunden kommt meist Hüttenkäste oder Joghurt am besten an. Alternativ genügt aber auch etwas Wasser.

Abfüllen und einfrieren

Die Masse kannst Du nun beispielsweise in kleine Plastikschälchen abfüllen, die Du so in das Frostfach stellst und gefrieren lässt. Die Menge hängt von der Größe Deines Hundes ab.

Sie sollte aber nicht zu groß sein. Ideal sind eher mehrere kleine Schälchen. Ist das Eis gefroren, holst Du es aus dem Frostfach und lässt es ein paar Minuten antauen, da manche Hunde mit zu kaltem Essen Probleme haben.

In diesen Gefäßen kannst du Hundeeis super einfrieren:

  • leere Fruchtzwerg-Becher
  • kleine Tupperdosen
  • im Kong*
  • in speziellen Eisformern*

Das Schöne bei einem Schälchen bzw. einer Tupperdose oder dem Kong ist, dass Dein Hund auch direkt noch etwas zu tun hat und etwas für seinen Leckerbissen tun muss – nämlich fleißig das Schälchen auslecken und dabei am besten noch das Schälchen oder den Kong irgendwie festhalten. Unsere beiden machen daraus gern auch mal ein riesiges Spektakel.

Wenn Du Deinem selbstgemachten Hundeeis kein Wasser hinzugefügt hast, kannst Du es aber auch in länglicher / wurstartiger Form in Frischhaltefolie einrollen und es so in das Frostfach legen. Das hat den Vorteil, dass Du das Eis im Anschluss auch für Deinen Hund halten kannst, während er oder sie genüsslich daran leckt.

Bei den Fruchtzwerg-Bechern sollte dein Hund das Eis jedoch eher nicht aus dem Becher lecken. Das finde ich etwas gefährlich, da der Becher bei größeren Hunden auch gern mal mitgefuttert oder von kleinen Hunden in Einzelteile zerlegt wird. Drücke das Eis ganz einfach aus dem Becher raus und lass es deinen Hund so lecken.

Bei den Stieleisformen solltest du das Eis halten. Auch hier ist einfach die Gefahr zu groß, dass der Hund den Stiel mit hinunter schluckt.

So, nun lasst es euren Hunden gut schmecken und falls Du noch Fragen hast, stelle sie einfach über den Kommentarbereich unterhalb dieses Artikels. Euch und euren Vierbeinern einen tollen Sommer mit hoffentlich richtig leckerem Hundeeis !

PS: In unserer neuen Sommer-Themenwelt für Hunde findet ihr noch allerhand Tipps und Infos, wie ihr mit eurem Vierbeiner fit und munter den Sommer genießen könnt!

Hundeeis selber machen – Rezeptideen und Tipps
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Jasmina

Posted by Jasmina

Ich bin Jasmina und lebe von Kindesbeinen an mit Hunden zusammen. Mein ältere Hündin ist nun 12 Jahre alt. Durch sie erfahre ich erst, was es bedeutet, das Alter mit einem Seniorhund zu teilen. Meine Erfahrungen aus dem Zusammenleben mit alten Hunden möchte ich hier mit dir teilen. Ich freue mich auch jederzeit über Feedback, deine Tipps.